Good bye, Deutschland – oder per Fähre von Kiel nach Klaipeda (Litauen)

Tag auf See geht zu Ende

Der Himmel färbt sich romantisch rot als wir langsam die Kieler Förde durchfahren und versuchen, unser Ferienhaus westlich von Laboe zu erspähen. Doch die Sicht ist diesig und so schauen wir nur der Sonne zu, bis sie langsam am Horizont verschwindet. Das wird eine ruhige Nacht. Die Fähre tuckert vor sich hin und wir sind einfach froh, Deutschland hinter uns zu lassen. Nicht, weil es nicht schön war zuhause. Sondern einfach, weil wir es geschafft haben! Die letzten 10 Tage in Hamburg waren vollgepackt mit Orga, Terminen, Dates und dem bitteren Abstieg unseres HSV. All das haben wir geschafft. Haben es hinter uns gelassen. Was auch immer kommen mag. Was auch immer wir eventuell vergessen haben. Wir können es in Deutschland nicht mehr regeln. Denn nun sind wir erstmal weg. Unsere Route wird uns über das Baltikum bis nach China führen. Irgendwie… Vor uns liegt viel Vorfreude, aber auch Unklarheit. Nächster Fix-Termin: Weihnachten 2018 zum Familienfest auf Funchal.

Auf dem Seeweg von Deutschland nach Litauen

Als interessante Alternative zum Flugzeug bietet sich die Fähre an, um von Norddeutschland nach Litauen zu kommen. Kostentechnisch ist es sogar etwas günstiger (200 € je Zweier-Kabine), sodass wir uns auf die DFDS-Fähre von Kiel nach Klaipeda einbuchen. Täglich um 21 Uhr ist Abfahrt und schon 20 Stunden später erreicht man Klaipeda um 17.30 Uhr Ortszeit. Das hört sich nach Entschleunigung und einer schönen Tour auf der Ostsee an. Als der schöne Sonnenuntergang vorbei ist, verziehen wir uns in unsere Kabine. Die Müdigkeit der letzten Wochen steckt uns in den Knochen und lässt uns schnell einschlafen.

Fährkabine

Kabine mit Fenster

Kann man während einer 20-stündigen Fährfahrt 15 Stunden schlafen?

Ja, man kann. Wir jedenfalls. Nachdem wir durch den letzten Erinnerungsgong für das Frühstück (8,50 € pro Person oder 7,50 € bei Online-Buchung) geweckt worden sind, machen wir uns schnell auf an Deck. Das Frühstücksbuffet ist vielfältig und macht mehr als satt.

Und dann? Zeit für einen Mittagsschlaf. Wir legen uns wieder hin, während die Aussicht sowieso nicht mehr als weites Grau ist. Von wegen Ostseeküste. Wir sehen nur Wasser und grauen Himmel. Das kann man getrost verschlafen.

Land in Sicht

Langsam kommt Litauens Küste in Sicht. Zuerst sehen wir nur vage die hellen Strände der Kurischen Nehrung am Horizont. Dann erscheint der Hafen Klaipedas und wenig später legen wir auch schon an. Die ersten Meter der Nehrung können wir bereits sehen und freuen uns, sie bald näher erkunden zu können. Doch erst wartet Klaipeda. Und Fußball.

Kurze Stippvisite in Klaipeda

Und bleibt nur ein Abend in Klaipeda, da wir tags darauf zum Fußball in den Nachbarort Palanga fahren möchten. Ehrlicherweise haben wir nach maximal zwei Stunden aber auch schon die schönen Ecken Klaipedas gesehen. Am Flussufer finden sich ein paar nette Restaurants. Man sitzt draußen und trinkt eines der vielen, lokalen Biere. Auf dem Wasser warten Schiffe… worauf auch immer… viele Passagiere sind hier nicht zu sehen.

Fußball und Strand in Palanga

Was wäre ein neues Land ohne Länderpunkt? Fast nichts 🙂

Also werden wir den Punkt gleich mal am zweiten Tag in Litauen festmachen. Per Minibus geht es für 2 € und 30 Minuten nach Norden nach Palanga. Ein Ort, der eigentlich als Urlaubsort bekannt ist. So nicht im Mai. Tote Hose in der Fußgängerzone, in der sich Restaurants, Eisbuden und Autoscooter aneinanderreihen. Bald ist Saisoneröffnung. Man putzt und werkelt fleißig. Der Strand von Palanga kann aber schon jetzt ziemlich viel. Wir lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und genießen die Meerluft.

Fußball gibt es dann ganz nachbarschaftlich auf einem kleinen Platz mit Tartanbahn und Espresso für 35 Cent. Der Kick ist so mittelmäßig. Das Leben ist eben kein Heimspiel.

Fußball in Litauen

Groundhopping Litauen


Was bleibt?

Die Fährfahrt von Kiel nach Klaipeda ist eine nette Sache, auch wenn an Bord total tote Hose ist. Nur die LKW-Fahrer haben ihren Spaß und saufen. Palanga ist außerhalb der Saison wirklich schön. Auch die Ferienhäuser haben wunderbare Gärten, die speziell im Mai voller bunter Blüten waren. Klaipeda ist nicht wirklich eine Reise wert. Als Umsteigeort aber praktisch.


Unterkunft
Die Kabinen auf der DFDS-Fähre sind ausreichend groß und wunderbar für eine Nacht. Schließlich möchte man dort ja nur schlafen. Das haben wir uns total zu Herzen genommen. Die günstigsten Kabinen kosten 100€ pro Person. Man kann auch für 44€ Sitzplätze buchen. Dann wird die Nacht aber sicher eher kurz.
DFDS Baltikum-Fähre


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich der englischsprachige Lonely Planet Estland, Lettland & Litauen* bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über das Baltikum, Transport-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps.


Keine Lust zum Lesen?

Unser Video zu dieser Reise findest du hier:


Social Media
Ihr wollt live dabei sein, wenn wir unterwegs sind?
Ihr wollt noch mehr Fotos, Videos und Stories aus fernen Ländern erleben?
Ihr wollt Tipps zu Ländern und zur Welt des Reisens?
Dann folgt uns auf FacebookInstagramYouTube und Twitter.


2 Kommentare zu “Good bye, Deutschland – oder per Fähre von Kiel nach Klaipeda (Litauen)

  1. Pingback: Tallinn (Estland) | Reiseblog Expedition Lieblingsorte

  2. Pingback: Russland | Reiseblog Expedition Lieblingsorte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: