48 Stunden in Macau

Ruinen einer Kirche

Macau eignet sich wunderbar für einen 48-Stunden-Stopp. Wir haben euch ein Programm zusammengestellt, mit dem ihre viele Ecken der Stadt in zwei Tagen kennenlernt.

Tag 1: Europa läßt grüßen

17 Uhr: Pauluskirche
Die Ruinen der Pauluskirche sind neben den Casinos DER Besuchermagnet der Stadt. Inmitten des Zentrums von Macau auf der nördlichen der drei Inseln kann man die Ruinen nicht übersehen. Lediglich eine Fassade ist nach einem Brand noch erhalten. Die Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert. Hat man die Treppenstufen hinauf zur Ruine bewältigt, wird einem die Imposanz des Denkmals erst richtig bewußt. Toll, dass man diese Fassade hier erhalten konnte.
Es dämmert langsam und wir blicken hinunter auf die beleuchteten Häuser Macaus. Die goldgelb leuchtenden Straßenlaternen und gepflasterten Straßen wähnen uns in Europa. Macau – willkommen am Ort der Gegensätze.

19 Uhr: Restaurant Tomato
Abends geht es ins Restaurant Tomato (Standort). An Holztischen werden frischer Fisch und Meerestiere nach portugiesischen Rezepten serviert. Zum Nachtisch gibt es Serradura-Pudding. Der Laden ist klein und voll, das Essen sehr lecker und frisch.

Muscheln mit Käse überbacken

Muscheln im Restaurant Tomato

Tag 2: Zwischen China und Portugal

9 Uhr: Portugiesisches Frühstück
Von außen sieht man im Nam Peng (Ping) Café (Standort) bereits die frischgebackenen Köstlichkeiten. Mit Pudding gefüllte Brötchen, Croissants, Schweineöhrchen. Wer wenig Zeit hat, kann sich ein Frühstück zum Mitnehmen kaufen. Doch wir empfehlen, sich die Zeit zu nehmen und im Café zu essen.
Serviert wird kostenloser, schwarzer Tee, sobald man sich an einen Tisch gesetzt hat. Duftender Galao, portugiesische Croissants, mit Zucker umhüllte, frittierte Teigbällchen und klebrige Schweineöhrchen versetzen uns nach Portugal. Das Frühstück gibt Energie für einen Tag im hektischen Macau. Für umgerechnet fünf bis sechs Euro werden zwei Personen mehr als satt.

11 Uhr: Spaziergang durch das historische Macau
Nach dem Frühstück in Portugal geht es weiter nach China, in die historische Vergangenheit Chinas. Ein etwa einstündiger Spaziergang startet an der Pauluskirche und führt nach Süden bis zum A-Ma-Tempel (Standort). Das Mandarin House (Standort) mit seinem runden Eingang, dem großen Innenhof und den holz-verkleideten Räumen bringt uns in eine längst vergangene Zeit. Über dem A-Ma-Tempel steigt Rauch auf. Buddhisten verbrennen ihre Wünsche auf buntem Papier. Räucherstäbchen lassen sie Luft verrauchen. Ruhe umhüllt die betenden Besucher während in den engen Nachbargassen der Verkehr rollt.

Wer noch Zeit hat, für den lohnt ein Abstecher in den Lou Lim Ioc Garten (Standort). Verwunschene Steinformationen, Koi-Karpfen-Teiche und schattenspendende Bambusbäume machen diesen Garten zu einer Oase im sonst eher grauen Macau.

Chinesischer Garten

Lou Lim Ioc Garden in Macau

15 Uhr: Coloane – mitten in Portugal
Per Bus geht es in etwa 40 Minuten in den Süden der Stadt. Der Stadtteil Coloane ruft mit portugiesischen Köstlichkeiten und ruhigen Gassen.
Das erste Ziel ist das Lord Stow’s Cafe (Standort) direkt an der Bushaltestelle. Eine Warteschlange bildet sich bis vor dem kleinen Laden. Die Nata-Törtchen sind der Renner der Stadt. Wir können aber auch die üppig belegten Sandwiches mit Thunfisch und Krabben empfehlen. Rechts um die Ecke herum gibt es noch einen zweiten Laden mit Sitzplätzen und Tischen.
Beim Bummel an der eher lieblosen Uferpromenade blicken wir auf die hellgelben Häuser, die portugiesisches Erbe nicht vergessen lassen. Die Straßen aus kleinen Steinen in weiß und schwarz passen perfekt ins portugiesische Stadtbild.

Per Bus geht es weiter nach Cotai, dem Stadtteil der Glücksspieler.

20 Uhr: Casino auf chinesische Art
Es dämmert langsam und an den Casinos geht die Beleuchtung an. Der Bus hält direkt vor dem Casino „Parisian“. Ganz klassisch werden wir vom Eiffelturm und dem Triumphbogen begrüßt 😉 Im Inneren warten Geschäfte aller internationalen Nobel-Marken mit französischen, schwarzen Laternen vor dem Eingang und rot-weiß gestreiften Markisen. Ja, ein bisschen Paris-Feeling kommt auf. An den Spieltischen des Casinos sitzen fast ausnahmslos Chinesen und zocken um teilweise sehr viel Geld. Wir kennen kaum eines der Spiele, die hier laufen. Schade, so bleibt uns das Mitspielen leider verwehrt.

Nebenan vor dem „The Venetian“, dem größten Casino der Stadt, sind der Martinsplatz und die Kanäle Venedigs nachgeahmt. Die beigefarbenen Gebäude und Brücken sind wunderbar angestrahlt. Drinnen wartet eine üppige Dekoration auf die Glücksspieler.

Im Vergleich zu Las Vegas wird hier sehr viel konzentrierter gespielt. Keine Getränke, schon gar nicht alkoholische, stehen an den Tischen. Die Chinesen widmen ihre ganze Aufmerksamkeit dem Spiel. Besonders auffällig sind dabei im Übrigen die vielen, abgeschirmten Räume, in denen es um sehr hohe Beträge geht…

Tag 3: Portugal pur zum Abschied

10 Uhr: Altbewährtes Frühstück
Nochmals geht es ins Nam Peng Café (Standort). Neben Croissants und Windbeuteln wird hier auch Omelett und chinesisches Frühstück angeboten.

13 Uhr: Praça do Tap Siac
Buslinie 18 bringt uns in etwa 20 Minuten zum Platz „Praça do Tap Siac“. Als wir den Bus verlassen, landen wir (mal wieder) mitten in Portugal. Die farbenfroh gestrichenen Häuser glänzen im Sonnenlicht. Auf dem Platz findet manchmal ein Markt statt. Heute nicht. Stattdessen bewundert man die Muster, die aus schwarzen und weißen Steinen auf den Boden gelegt sind. Ganz wie in Portugal. Macau überzeugt als Ort der Vielfalt.

Nach 48 Stunden geht der Kurzstopp zu Ende. Wer noch Zeit hat, kann sich gemeinsam mit den vielen chinesischen Besuchern in das Shopping-Getümmeln stürzen und nach Taipa fahren. Auch dort gibt es historische, portugiesische Ecken zu entdecken.

Was bleibt?

Macau ist hektisch, voller Kontraste und nicht geeignet, wenn man Erholung und Ruhe sucht. In den schmalen Straßen quetschen sich Besucher über die schmalen Fußwege während laute Busse und knatternde Roller vorbeifahren. Der Mix aus portugiesischer Architektur, chinesischem Einkaufswahn und glitzernden Casinos ist aber einmalig. Auch die chinesisch aussehenden, portugiesisch sprechenden Einwohner geben Macau sein besonderes Flair. In 48 Stunden kann man die interessantesten Ecken der Stadt ohne viel Eile entdecken.

Straßenschild in Macau

Straßenschild in Macau


Unterkunft
Das Ole Tai Sam Un Hotel* liegt zentral in einer ruhigen Straße etwa 10 Fußminuten von der Pauluskirche entfernt. Die Zimmer sind durchschnittlich und recht klein. Ein Doppelzimmer kostet etwa 63 € pro Nacht. Sehr viel günstiger kann man in Macau (vor allem am Wochenende) kaum wohnen.


Restaurants
Frischen Fisch und leckere Meerestiere gibt es im Restaurant Tomato (Standort). Die Preise sind in Ordnung. Macau ist generell recht teuer, was natürlich an den vielen Touristen liegt. In den Straßen des Zentrums gibt es aber auch kleinere Läden, die Fleischspieße, Mandelkekse und ähnliches anbieten.
Zum Frühstück darf das Nam Peng (Ping) Café (Standort) einfach nicht fehlen. Hier trifft sich die Nachbarschaft und diskutiert die Nachrichten des Tages – natürlich auf portugiesisch. Einfach unverwechselbar.


Reiseplanung & unterwegs vor Ort
Die lauten Busse quetschen sich durch Macaus enge Straßen. Wir haben selten eine Stadt erlebt, in der so viele Busse unterwegs sind. Dank Google Maps kann man sich jede Route auch als Busverbindung suchen – sogar ganz ohne VPN…

Die Einreise nach Macau lief unkompliziert und schnell. Es ist nicht notwendig, eine Weiterreise-Ticket vorzulegen. Lediglich den Namen des Unterkunft sollte man parat haben.

Wer mit der Fähre aus China oder Hongkong einreist, kann die Tickets hier buchen. Bei einer Online-Buchung ist der Internet-Voucher am Fährterminal noch gegen ein „echtes“ Ticket einzutauschen. 45 Minuten vor Abfahrt sollte man deswegen am Terminal eintreffen. Die Fährfahrt von Shenzhen (China) nach Macau kostet etwa 35 € pro Person.

Seit Oktober 2018 gibt es eine Brücke von Hongkong über Macau bis nach Zhuhai auf dem chinesischen Festland. Vor dem Hotel „Ponte 16“ (Standort) fahren die Busse zum Busterminal auf einer extra aufgeschütteten Insel (Standort). Dort geht es nach der Macau-Ausreise in die jeweiligen Busse nach Zhuhai und Hongkong. Bustickets kauft man am Terminal. Die Fahrt nach Macau kostet etwa 6 € pro Person. Die Fahrt dauert 50 Minuten. In Hongkong endet die Fahrt in der Nähe des Flughafens. Zwischen dem Hongkong-Flughafen und der Innenstadt fährt der Airport Express.

Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das deutschsprachige Buch Lonely Planet China* bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über Land und Leute, Informationen zu den verschiedenen Regionen und Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.


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Ein Kommentar zu “48 Stunden in Macau

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