50 von 340 Tagen

Nun sind wir also schon 50 Tage, jupp, 50 Tage unterwegs. Krass! Dann kann man doch mal ein Fazit ziehen. Keine Ahnung, ob man dies dann auch Fazit nennt, wir tun´s.

Was haben wir alles so erlebt? Eine Menge: Etliche Megacitys von New York über Boston, Toronto, Chicago bis nach Mexico City. Ein paar kleinere Städte Washington D.C., Ottawa, Merida. Verrückte Orte wie Las Vegas. Traumhafte und atemberaubende Natur im Zion, Glen Canyon und Grand Canyon. Mit Palmen bewachsende Traumstände in Playa del Carmen. Überall haben wir wunderschöne Fotos geschossen und tolle Eindrücke gesammelt.

Aber, wie fühlen wir uns ein eigentlich? So ganz ohne Alltag oder Wochenende (welcher Wochentag ist heute eigentlich?), ohne geregelten Tagesablauf, ohne die bekannten Sorgen (dafür aber mit neuen), keine Verpflichtungen außer vielleicht einmal am Tag in Meer springen…

Ein Zuhause? Gibt es nicht, oder doch?

Doch, wir haben ein Zuhause. Immer dort, wo wir gerade sind. Zumindest bisher; zwar mal weniger (in Toronto), aber auch mal mehr (Glen Canyon / Page oder Ottawa oder Chicago oder Playa del Carmen). Wir versuchen es uns immer ein wenig einzurichten, also Rucksack auspacken und es sich gemütlich machen. Morgens Müsli essen, wie Zuhause, wie im Alltag. Dank Airbnb fühlt man sich in den Wohnungen doch auch irgendwie ein bisschen wie Zuhause. Besonders dann, wenn die Wohnungen auch noch schön und gemütlich eingerichtet sind. Wohl fühlt man sich aber auch, wenn man mal ganz alleine ist, wie in Playa del Carmen. Dies ist übrigens die erste Unterkunft, die nicht bei Privatpersonen ist. Auch wenn Sie nicht hübsch ist, das Sofa sich nicht zum Sitzen geeignet, die Toilette regelmäßig verstopft und die Küche von Ameisen bevölkert ist, ist es doch irgendwie schön und unser Zuhause. Jedenfalls im Moment.

Also, wir haben ein Zuhause. Dies haben wir dann schon mal geklärt. Was macht der Alltag? Dieser fehlt natürlich total. Hier mal ein Ausflug, dort mal wieder ausschlafen, mal einem Vormittag mit weiterer Reiseplanung verbringen, gar kein Problem, heute mal 6 Stunden nur Reiseplanung Panama, Costa Rica und ein bisschen Südamerika. Herrlich, Reiseplanung bringt einfach Laune!

Morgen haben wir dann doch mal Verpflichtungen: Wäsche waschen. Bisher haben wir auch immer in den Wohnung selbst gewaschen, hier auch noch mal dank an die Erfinder von Airbnb. Morgen also zum Waschsalon um die Ecke, Wäsche abgeben 7 Euro für 10 kg bezahlen und nachmittags wieder abholen. Hört sich nach einem stressigen Tag an. Aber es kommt noch mehr hinzu. Wir müssen dringend Klamotten nach Hause äh Hamburg schicken. Zu viel eingepackt. Drei Pullover und drei lange Hosen sind dann doch zu viel und auch zu schwer… Also ab zu FedEx und das Paket schnüren.

Ein paar Dinge, die auch mal richtig nerven, sind das Rucksack einpacken und auf längeren Strecken das Schleppen. Durch das Zurückschicken von Klamotten reduzieren wir das Gewicht und gewinnen ein bisschen Platz. Gerade auf unseren zukünftigen Touren in Mittel- und Südamerika ist ein leichter Rucksack doch von Vorteil. Dort sind die Ziele in der Regel per Bus und zu Fuß statt per Airline und Metro erreichbar.

Nach den ersten Wochen und Stationen gehen wir auch nur noch selten essen. Besonders dann, wenn man weiß, dass man mit einem Einkauf in Höhe von 30 Euro Frühstück und Abendessen für eine Woche hat. Außerdem haben wir jetzt ja auch mal Zeit für´s Kochen und vor allem die nötige Ruhe, dazu gibt es überall Gasherde, so macht das Kochen noch mal Freude!

Ruhe ist auch gleich ein gutes Stichwort. Leider gibt´s auf dieser Welt überall super Wlan-Anschlüsse. Nicht ganz so schnell wie Zuhause, äh in Hamburg, aber irgendwie steht da der gleiche Kram drin wie in Hamburg. HSV hat mal wieder verloren, ist jetzt irgendwie auch doof wegen dieser AG, sagen bzw. ließt man jetzt ja ständig bei Facebook. Übrigens wir sind immer noch HSVer und gucken auch noch dieser Fußball AG in irgendwelchen Livestreams (bestimmt alles ganz legal…) zu und fiebern so noch mit – nur der HSV!!!. Trotzdem nutzen wir das Internet viel zu sehr. Hier müssen wir uns bessern, denn sonst gewinnt man keinen Abstand. Und Abstand wollen wir ja vom bekannten Leben in unserer Auszeit gewinnen. Neue Dinge lernen und entdecken und mit neuen Situationen zurechtkommen. Wir sind auf einem ganz guten Weg dazu. Aber der Weg ist noch weit – ach nee – der Weg ist das Ziel.

Wir nehmen uns einfach zu wenig Zeit für´s Lesen und Relaxen. Langsam wird´s besser, aber aus unserer Sicht viel zu langsam. Im Urlaub schalten wir schnell ab, liegt vielleicht auch dran, dass man weiß, man hat nur zwei Wochen Zeit um abzuschalten. Jetzt haben wir 340 Tage…

Nichtstun, ist schon eine sehr angenehme Tätigkeit. Bisher ein wenig zu kurz gekommen. Aber hier haben wir schon dazu gelernt. Weniger Stationen, längere Aufenthalte gepaart mit kleinen, kurzen Ausflügen, den Aufenthalt in Mexico haben wir verändert und gleich mal 10 Tage in Playa del Carmen gebucht. Einfach nix tun und Sonne, Sand und Meer genießen. Dies tat ungemein gut und hilft uns zu entspannen.

50 Tage um so richtig anzukommen. Unterschreiben wir! Wer hätte das vorher für möglich gehalten.

Nun erwarten uns mit Panama und Costa Rica nicht nur zwei neue Länder, sondern jetzt beginnt das neue Reisen. Nur einen Flug von Playa del Carmen nach Panama City und dann nur noch per Bus. Dies wird sicherlich eine ganz neue Erfahrung für uns, die wir bisher so noch nicht kannten und der wir freudig und ein bisschen mit Skepsis entgegen schauen. Dazu gesellt sich noch die sprachliche Barriere. Unser Spanisch ist, na sagen wir ausbaufähig, und das Englisch der Mexikaner kaum vorhanden. Nicht mal hier in Playa. Aber da gibt es nun ein 1. Alltagsprojekt: Spanisch lernen – wenn auch nur von der CD. Immerhin sind wir noch fast 4 Monate in der spanischsprachigen Gegend.

In wenigen Tagen endet nun der Mexico Abschnitt und das „richtige“ Mittelamerika steht vor der Tür. Wir sind gespannt und voller Vorfreude.

Was uns dort erwartet und wie es uns ergeht, wir werden berichten.

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