Drei Wochen Roadtrip von Mendoza nach Salta

23 Tage, 66 Fahrstunden, 9 Etappen, 3.509 Kilometer

Unsere Strecke:
Mendoza ­čÜś Barreal ­čÜś Las Flores ­čÜś La Rioja ­čÜś Banda Florida ­čÜś Belen ­čÜś Cafayate ­čÜś Tilcara ­čÜś Termas de Reyes ­čÜś Libertador General San Martin ­čÜś Salta

Unser Roadtrip durch den Norden Argentiniens startet in Mendoza. Wir sind von Santiago de Chile per Bus ├╝ber die Anden nach Mendoza gefahren. Diese Verbindung hatten wir eigentlich nur gew├Ąhlt, da sie recht g├╝nstig und verh├Ąltnism├Ą├čig schnell ist. Uns war ├╝berhaupt nicht klar, dass unser Argentinien-Abenteuer gleich mit einem Highlight starten w├╝rde. Die Strecke quer ├╝ber die Anden ist alleine der Aussicht wegen schon eine Wahl wert.

F├╝r etwa 31 US-Dollar pro Person geht es im Doppeldeckerbus mit ganz viel Beinfreiheit vorbei an gro├čen Weintrauben-Plantagen Richtung Argentinien. Mendoza haben wir seit unserer Argentinien-Reise im Jahr 2014 auf dem Schirm. Nur damals hatten wir leider keine Zeit, in diese bekannte Weinregion zu fahren. Nun freuen wir uns auf leckeren Wein und gr├╝ne Felder.
Doch bis dahin gilt es noch die Anden zu ├╝berqueren. Vorbei an schroffer, felsiger Landschaft erreichen wir nach etwa drei Stunden Fahrt die Grenze zwischen Chile und Argentinien. Die Serpentinenstra├če hinauf zum Pass l├Ąsst uns den Atem stocken. Kurve um Kurve schleicht der Bus hinauf. Der Blick zur├╝ck ist genial. Die Stra├če schl├Ąngelt sich durch karge Felsen. Eine bauliche Meisterleistung irgendwo in den Weiten der Anden. LKWs kommen uns langsam entgegen. Ein vereinsamter Container (├╝brigens von der Hamburger Reederei Hapag-Llyod) liegt am Stra├čenrand. Der fiel wohl vor Jahren mal von einem Truck. Ihn zu bergen ist hier schier unm├Âglich.



Auf 3.030 Metern verlassen wir den Bus zur Passkontrolle. Es ist kalt hier oben. Die Busbesatzung wird gesammelt an einem Schalter kontrolliert. Unproblematisch und schnell geht der Prozess vonstatten. Nach 45 Minuten besteigen wir wieder den Bus und setzen unsere Reise nach Mendoza fort. Auch auf 3.000 Metern nimmt das Anden-Panorama l├Ąngst kein Ende. Zu beiden Seiten der Stra├če erstrecken sich die Berge weiter steil gen Himmel. Pflanzen wachsen hier oben fast gar nicht mehr. Stattdessen fahren wir vorbei an grauen, okkafarbenen und rostfarbenen Felsen, die noch mehr Lust auf Argentinien machen.

Sobald wir dann an H├Âhe verlieren, blicken wir auf fruchtbare, gr├╝ne T├Ąler. Ein toller Kontrast: gr├╝ne, lebendige, hohe Buchen am Stra├čenrand und kurz zuvor staubiger, starrer Stein. Nach acht Stunden erreichen wir Mendoza. Fotos und Erlebnisse zu Mendoza findest du hier.



Etappe 1:
Mendoza ­čöť Barreal ­čÜś 4 Stunden ­čÜś 240 Kilometer

Nach sch├Ânen Tagen in Mendoza geht es endlich los. Lange hatten wir schon damit gelieb├Ąugelt, Argentinien mit einem (Miet-)Fahrzeug zu erkunden. Am liebsten per Camper, doch daf├╝r ist etwas mehr Vorlauf notwendig. Die Saison in Argentinien geht zu Ende und einen Camper k├Ânnen wir so spontan nicht mehr mieten. Also entscheiden wir uns f├╝r einen Mietwagen. Start der Tour ist wie erw├Ąhnt Mendoza. Das Ende wird in drei Wochen in Salta sein.

Im Supermarkt kaufen wir ein paar Vorr├Ąte ein. Unabh├Ąngig wollen wir sein. Frei in der Entscheidung, wann wir wo stoppen, um die Landschaft zu genie├čen. Frei in der Entscheidung, wann wir wo was essen. Nat├╝rlich ist ein Mietwagen nicht so flexibel, wie ein Camper, aber schon auf den ersten Kilometern sp├╝ren wir das Freiheitsgef├╝hl in uns. Ausgestattet mit Mate und Thermoskanne (selbstverst├Ąndlich schon gef├╝llt mit hei├čem Wasser) geht es durch die Weiten n├Ârdlich von Mendoza. Linker Hand werden uns die Anden die kommenden Wochen begleiten.

Was f├╝r ein Panorama. Die hohen Anden blitzen mit wei├čen Spitzen. Zeitweise sehen wir eine ganze Handvoll schneebedeckter Gletscher. Auf der schnurgeraden Stra├če ist au├čer uns kaum jemand unterwegs. Ruhe, Leere, Freiheit. Ja, das haben wir uns von der Tour durch den Norden Argentiniens erhofft. Und genau so wird es auf der ersten Etappe schon wahr. Der Blick streift in die Ferne. Die Sonne l├Ą├čt die Berge immer wieder in einem anderen Licht gl├Ąnzen. Wolken schieben sich ins Blickfeld und verschwinden wieder. Winzigklein gleitet unser Auto durch diese Landschaften. Argentinien ist unglaublich gro├č. Wenn wir in drei Wochen Salta erreichen, werden wir mehr als 3.000 Kilometer zur├╝ckgelegt haben. 



Abends treffen wir in Barreal ein. Ein kleines Dorf mit staubigen Stra├čen und Blick auf die Anden. Es gibt einen Supermarkt, einen Geldautomaten und zwei Restaurants. Im Garten unserer Unterkunft Ecoposada El Mercedario* genie├čen wir den Sonnenuntergang bei frisch aufgegossener Mate.



30 Fahrminuten s├╝dlich von Barreal liegt der Parque Nacional El Leoncito. Am n├Ąchsten Morgen machen wir uns auf, um dort wandern zu gehen. Unsere 7-Kilometer-Wanderung f├╝hrt uns durch beeindruckende Landschaftsformen.


Fotos und Erlebnisse zum Parque Nacional El Leoncito findest du hier.


Etappe 2:
Barreal ­čöť Las Flores ­čÜś 4 Stunden ­čÜś 180 Kilometer

Die zweite Etappe ist eine ÔÇ×Strecke machenÔÇť-Etappe. Mangels interessanter Sehensw├╝rdigkeiten fahren wir einfach soweit uns die Laune tr├Ągt. Entlang eines trockenen Flussbettes bestaunen wir rechts und links der Stra├če die Andenbergketten. Wir fahren sozusagen durch ein breites Tal zwischen zwei Bergz├╝gen hindurch. Weiterhin sind die Weiten unbegreiflich und die Berge gigantisch hoch. Kaum D├Ârfer, Autos oder Tiere. Wir sind ganz alleine unterwegs in diesem gro├čen Land. Die Dimensionen werden erst so richtig bewu├čt, wenn man Kilometer f├╝r Kilometer abrei├čt und dem Ziel nur sehr, sehr langsam n├Ąher kommt.



Im kleinen Ort Las Flores machen wir f├╝r eine Nacht Halt. Zum Gl├╝ck haben wir im letzten Supermarkt Brot, Wein, K├Ąse und Oliven gekauft, denn in Las Flores ist nicht besonders viel los. So verbringen wir den Abend gem├╝tlich im Garten der Unterkunft La Comarca Del Jarillal* bei besagtem Abendbrot und genie├čen abwechselnd Mate und Rotwein. Hier mitten in der Pampa werden die N├Ąchte recht kalt. Mate ist da ein gutes Mittel zum Aufw├Ąrmen. Rotwein nat├╝rlich auch.

PS: In der Tat nennen die Argentinier einige Regionen hier ÔÇ×PampaÔÇť. Nun wissen wir, woher der Name stammt. Sehr passend in jedem Fall.


Etappe 3:
Las Flores ­čöť La Rioja ­čÜś 6 Stunden ­čÜś 370 Kilometer

Das Wetter hat gedreht. Es ist nass und grau geworden. Keine guten Voraussetzungen f├╝r einen Ausflug in den nahen Nationalpark Ischigualasto. Die Landschaften dort sind bei klarem Himmel zu bestaunen. Wenn die T├Ąler wolkenverhangen sind, lohnt der Besuch nicht. Kurzentschlossen buchen wir uns ein Apartment in La Rioja. Nach einigen N├Ąchten in der einfachen, teilweise auch k├╝hlen Zimmern sehnen wir uns nach einem Apartment, in dem man sich auch bei schlechtem Wetter aufhalten kann. Gesagt getan. Wir reisen ostw├Ąrts und queren die vorhin erw├Ąhnte Bergkette. Mitten durch die Berge f├╝hrt die kurvige Stra├če entlang eines tiefen Flussbettes.



Nordargentinien ist bekannt f├╝r mehrschichtige Felsen, an deren Oberfl├Ąche durch Erosion verschiedene Gesteinsschichten zum Vorschein kommen. Auf dem Weg nach La Rioja begegnen wir diesen Naturwundern zum ersten Mal. Schwarze Schichten folgen auf rote, beigefarbene oder graue. Wie Streifen s├Ąumen sie den Stra├čenrand. Die Vielfalt der Natur und die Kurzlebigkeit der Menschheit werden deutlich. Diese Felsen werden Wetter und Wind noch trotzen, wenn wir l├Ąngst im Himmel sind. Zwischendurch passieren wir gr├╝ne T├Ąler, die wie Oasen zwischen den m├Ąchtigen Bergen wirken. Mittlerweile regnet es ziemlich heftig und die letzten Kilometer nach La Rioja ziehen sich z├Ąh. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen wir an. Das erw├╝nschte gem├╝tliche, warme Apartment begr├╝├čt uns leider nicht. Stattdessen ist es karg eingerichtet und ohne funktionierende Heizung. Nun gut. Man hat eben auch einfach mal kein Gl├╝ck mit Unterkunft und Wetter auf so einer langen Reise.



La Rioja ist nicht wirklich der Rede wert, sodass wir zur├╝ck in die Natur springen… Zur├╝ck zum Ischigualasto Nationalpark. Auf den Spuren der Dinosaurier touren wir durch sagenhaft beeindruckende Landschaften.

Fotos und Eindr├╝cke zum Ischigualasto Nationalpark findest du hier.



Etappe 4:
Banda Florida ­čöť Belen ­čÜś 5 Stunden ­čÜś 330 Kilometer

Die Rute 40, die Argentinien in Nord-S├╝d-Richtung auf 5.301 Kilometern komplett durchquert, ist Teil der ÔÇ×PanamericanaÔÇť, die (fast) den ganzen Kontinent durchzieht. Ein paar Tage sind wir bereits unterwegs, doch erst kurz vor Banda Florida sind wir auf die Rute 40 abgebogen. Diese Stra├če f├╝hrt nun weiter bis hinein nach Bolivien.



Nun fahren wir also auf dieser bekannten Stra├če, deren Natur zu jeder Jahreszeit viele Reisende fesselt. Motorradfahrer, Camper und Autofahrer sind in den Weiten unterwegs. Wobei wir weiterhin oft stundenlang niemandem begegnen. Stattdessen strahlen rote Felsen im Sonnenlicht und meterhohe Kakteen gr├╝├čen am Stra├čenrand. Je weiter wir nach Norden fahren, desto gr├╝ner wird die Landschaft. Den kargen, felsigen Landschaften sind mit B├╝schen und B├Ąumen verzierten Landstrichen gewichen. Die Ruta 40 f├╝hrt entlang eines sehr breiten, fast trockenen Flusses entlang. Im argentinischen Fr├╝hjahr, wenn der Schnee in den Anden schmilzt, wird hier ein rauschender Fluss entstehen. Teile der Ruta 40 sind dann nur mit einem gel├Ąndef├Ąhigen Fahrzeug passierbar. Tieferliegende Stra├čenabschnitte werden zu Fl├╝ssen. Die versandeten Wege lassen erahnen, welche Wassermassen hier dann unterwegs sind.



Ein paar Kilometer n├Ârdlich von Belen ├╝bernachten wir direkt an der Ruta 40 (km 4.110) im Hotel de Campo Oeste Para├şso*. Nach einem guten Fr├╝hst├╝ck geht die Reise weiter. Mit hei├čem Wasser f├╝r unsere Mate-Pausen im Gep├Ąck steht die Etappe nach Cafayate auf dem Programm. 



Etappe 5:
Belen ­čöť Cafayate ­čÜś 4 Stunden ­čÜś 250 Kilometer

Zum ersten Mal begegnen uns Tiere am Stra├čenrand. Der Boden ist bewachsen mit kleinen B├╝schen und Str├Ąuchern. L├╝neburger Heide? Nein, nicht ganz. Esel, Ziegen und Schafe grasen in der Sonne. Nach wirklich schlechtem Wetter rund um La Rioja, hat uns der argentinische, sonnige Herbst zum Gl├╝ck wieder gefunden. 

Den hohen Bergwipfeln sind Flachere gewichen. Die Rute 40 bahnt sich ihren Weg durch das Panorama. Keine Kurven tr├╝ben die Weitsicht. Die bestens asphaltiere Stra├če f├╝hrt schnurgerade in Richtung Cafayate.



Cafayate ist nach Mendoza das zweitgr├Â├čte Weinanbaugebiet Argentiniens. Der kleine Ort l├Ądt fast an jeder Ecke zu einer Weinverkostung ein. Doch auch die N├Ąhe zu Salta wird langsam sichtbar. In Cafayate sind viele Besucher unterwegs, die f├╝r einen kurzen Abstecher von Salta aus hierher kommen.

Alle Erlebnisse und Fotos zu unserem Stopp in Cafayate findest du hier.



Etappe 6:
Ruta 68: Cafayate ­čöť Tilcara ­čÜś 4 Stunden ­čÜś 130 Kilometer

Schweren Herzens verlassen wir Cafayate. Eine Kleinstadt, die wir sehr lieb gewonnen haben. Die leckeren Empanadas, den guten Malbec und die Aussicht auf Wein und Berge werden wir ein wenig vermissen. Doch vor uns liegt das, so sagt man, sch├Ânste St├╝ck der Strecke nach Salta. Auf der Ruta 68 verlassen wir Cafayate gen Norden. Die kommenden 50 Kilometer sind gespickt mit Landschaftsformen, die ihres Gleichen suchen. Die einzelnen sehenswerten Stopps lassen sich nicht verfehlen. Die Route ist gut ausgeschildert, was den vielen Tagestouristen, die aus Salta kommend, hier unterwegs sind, zu verdanken ist. Die Stra├če schl├Ąngelt sich vorbei an roten Klippen mit gr├╝n bewachsenen B├╝schen. Die Sonne strahlt und setzt diese farbenfrohen Landschaften (mal wieder) besonders gut in Szene.

Den ersten Stopp legen wir bei Los Castillos nach etwa 20 Fahrminuten ein. Rotfarbene Felsen strecken sich steil dem Himmel entgegen. Durch Erosion sind im Laufe von Millionen von Jahren H├Âhlen und fantasievolle Klippen entstanden. Wir klettern die Felsen empor und blicken ├╝ber eine nicht enden wollende Fl├Ąche mit Felsformationen, die wir so nie zuvor gesehen haben. Im breiten, trockenen Flussbett stehen gr├╝ne B├╝sche. Au├čer uns ist hier heute kein Lebewesen unterwegs. Mal wieder zeigt sich die Vielfalt und die Gr├Â├če Argentiniens von seiner besten Seite. Beeindruckend.



Die Stra├če f├╝hrt weiter durch eine Natur, die uns fesselt. Es fehlen die Worte, um diese kreativen Formationen, unterschiedlichen Oberfl├Ąchen und Farben beschreiben zu k├Ânnen. Unvorstellbar, wie diese Felsen entstanden sind. Wir w├╝nschen uns, in einer Zeitmaschine zu sitzen, um die Entstehung wenigstens ansatzweise begreifen zu k├Ânnen. Gem├Ąchlich zuckeln wir an hellgrauen Felsen und steilen, ausgewaschenen Schluchten vorbei. 


Vom Mirador Tres Cruces blicken wir in das trockene Flussbett des Rio Las Conchas. Mystisch liegt das Tal zu unseren F├╝├čen. Zu einer anderen Jahreszeit mag hier ein rauer Fluss str├Âmen, doch jetzt, im argentinischen Herbst, wirkt die Landschaft wie ausgestorben. So als w├Ąren es die Dinosaurier, die hier zuletzt unterwegs waren. Kaum Tiere, kaum Pflanzen. Nur die gigantischen Felsen mit ihren spitzen Gipfeln und den durch Wasser ausgesp├╝lten Rinnen, die wie ausgetrocknete Wasserf├Ąlle aussehen.



Sobald wir die Provinz Cafayate verlassen und in die Provinz Salta fahren, ├Ąndert sich die Landschaft schlagartig. Vorbei sind die staubigen Stra├čen und die trockenen Felsen. Bewaldete Berge und Wiesen mit bunten Blumen begr├╝├čen uns. W├Ąhrend Cafayate auf knapp 1.700 Metern liegt, sind es in Salta nur gut 1.100 Meter. Die fruchtbare Ebene Saltas werden wir aber nur durchqueren und uns noch den Norden bis kurz vor der Grenze zu Bolivien anschauen. Nach Salta kehren wir zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt zur├╝ck.



Nun hei├čt unser Ziel erstmal Tilcara. Ein kleiner, vertr├Ąumter Ort mit unbefestigten Stra├čen, umringt von beeindruckender Natur. Unseren detaillierten Bericht und die Fotos von Tilcara und seiner Umgebung findest du hier.


Etappe 7:
Tilcara ­čöť Termas de Reyes ­čÜś 2 Stunden ­čÜś 90 Kilometer

Wir verlassen Tilcara. Ein Ort, der zu Recht sehr bekannt und gut besucht ist. Selten haben wir so unterschiedliche Landschaftsformen und Natur auf so wenigen Kilometern gesehen. Wir machen uns langsam auf in Richtung Salta, wo wir in drei Tagen unseren Mietwagen zur├╝ckgeben.



Im Parque Provincial Potrero De Yala erwartet uns ein Wellness-Hotel* mit angeschlossener Thermen-Landschaft. Nach den doch recht k├╝hlen Abenden in Tilcara freuen wir uns auf Gem├╝tlichkeit und warme Sauna-Stunden. Kaum haben wir die H├Âhenmeter von Tilcara verlassen, verl├Ąsst uns auch die Sonne. Wir finden uns in grauen Wolken wieder, die oft im Tal rund um Salta h├Ąngen. Perfektes Wetter also f├╝r ein Wellness-Hotel.



Umgeben ist das Hotel von ├╝ppigem Gr├╝n. Die Wolken h├Ąngen tief und n├Ąhren die B├╝sche und B├Ąume mit ihrer Feuchtigkeit. Von der Weitsicht, die wir in Tilcara und Umgebung genossen haben, ist hier keine Rede mehr. Mit dem Auto kurven wir die schmale Hangstra├če durch den Parque Provincial Potrero De Yala. Wasserf├Ąlle und kleine Lagunen tauchen zwischen den dichten Gew├Ąchsen auf. Nach den trockenen, staubigen Tagen in der Hochebene von Tilcara tut die frische Luft der Termas de Reyes gut, auch wenn es gerne ein paar Grad w├Ąrmer sein k├Ânnte.



Das Wellness-Hotel ist seinen Namen leider nicht wert. Der Wellness-Bereich ist alt und nicht wirklich erholsam. Die Zimmer sind altbacken, aber immerhin warm. Nur das Fr├╝hst├╝cksb├╝ffet l├Ąsst keine W├╝nsche offen, sodass wir diesen Stopp dann doch erholt und zufrieden beenden und die vorletzte Etappe in Angriff nehmen.


Etappe 8:
Termas de Reyes ­čöť Libertador General San Martin ­čÜś 2 Stunden ­čÜś 140 Kilometer

Begleitet von Regen und dichten Wolken verlassen wir die Termas de Reyes. In der N├Ąhe des Ortes Libertador General San Martin wollen wir einen Nationalpark besuchen. Der Nationalpark Calilegua ist bekannt f├╝r seine fruchtbare Natur, seine Tier- und Pflanzenwelt. Vom Parkeingang f├╝hrt eine Schotterpiste hinein ins Gr├╝n. Nach etwa 15 Minuten beginnt die Stra├če sich in engen Kurven durch den Nationalpark winden. Immer wieder blicken wir durch die dichten B├Ąume auf das Tal und die Berge rund um Libertador General San Martin. Doch so richtig beeindruckt sind wir hier. Kaum V├Âgel oder andere Tiere sind zu sehen. Vielleicht liegt es am Dauerregen der letzen Tage. Vielleicht haben sich alle Tiere in trockene Verstecke zur├╝ckgezogen. Wir kurven noch ein paar Kilometer durch den Nationalpark, machen dann aber kehrt. Dieser Ausflug hat sich nicht gelohnt. Gut, dass wir eine sch├Âne Unterkunft Hosteria-Spa Posada del Sol* einen Pool und einen sch├Ânen Garten hat. Dort verbringen wir den Rest des Tages und beobachten Tucans beim Beeren essen.



Etappe 9:
Libertador General San Martin ­čöť Salta ­čÜś 3 Stunden ­čÜś 170 Kilometer

Unser Roadtrip durch den Norden-Argentiniens geht zu Ende. Von Libertador General San Martin bis nach Salta geht es nur noch bergab. Immer der Gro├čstadt entgegen. Salta ist der Hauptort der Region. Wer diesen Teil Argentiniens besichtigt, kommt an Salta nicht vorbei. So auch wir. Leider. Denn Salta ├╝berfordert uns ziemlich. Nach Tagen in der Ein├Âde sind wir erschlagen von der Flut an Menschen, Restaurants und Autos. Gehwege und Stra├čen sind voll. Tag und Nacht. Wir finden kaum eine M├Âglichkeit, diesen vielen Autos und Menschen zu entfliehen und w├╝nschen uns zur├╝ck in die leere und ruhige Natur.



Vielleicht ist Salta auch kein gutes Omen, weil hier nicht nur unsere Argentinien-Reise zu Ende geht, sondern auch unsere Weltreise 2.0. Mit einem komischen Gef├╝hl laufen wir durch Salta. Nun geht es also bald nach Europa. Nach Deutschland. Nach Hamburg. Nach Hause. Nun ist es also soweit. Uns bleiben noch ein paar Tage in Buenos Aires bevor f├╝r uns in Hamburg eine neue Expedition startet.

Salta ist mehr Mittel zum Zweck als ein sch├Âner Aufenthalt. Von Salta aus kann man diese Region an den Grenzen zu Chile und Bolivien am besten erkunden. Salta hat einen Flughafen, Unterk├╝nfte, Restaurants, Outdoor-Gesch├Ąfte und Mietwagenanbieter. Alles, was man braucht, um die Rundreise durch die Provinzen Salta und Jujuy (n├Ârdlich von Salta) zu besuchen.



Was bleibt?

Die Region zwischen Mendoza und Salta per Mietwagen zu erkunden, ist in jedem Fall sehr gute Wahl. Die verschiedenen Orte und Nationalparks mit dem ├Âffentlichen Bus zu erreichen, ist kaum m├Âglich und wenn, dann mit sehr viel (Zeit-)aufwand verbunden. Die Landschaften haben uns gefesselt. Staunend haben wir vor den bunten Klippen, ausgewaschenen Felsw├Ąnden und endlosen Horizonten gestanden. Die Natur hat uns fasziniert und begeistert. Seine Vielfalt ist schier unendlich. Immer wieder tauchen neue Landschaftsbilder und kreative Felsformationen auf. Nie wird es langweilig. Argentinien h├Ąlt jeden Tag etwas Neues bereit.

Wir werden wiederkommen, dann aber mit einem Camper und noch mehr Zeit f├╝r dieses traumhafte und atemberaubende Land.



Reiseplanung & unterwegs vor Ort

Reisef├╝hrer:
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als st├Ąndiger Reisebegleiter hat sich das englischsprachige Buch Lonely Planet Argentina bew├Ąhrt. Der Reisef├╝hrer liefert f├╝r einen schnellen ├ťberblick ├╝ber das Land, Informationen zu den verschiedenen St├Ądten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.



Stra├čenverh├Ąltnisse:
Die Stra├čen in Nordargentinien sind sehr gut ausgebaut. Es sind wenig Autos unterwegs und die Stra├čen sind in einem guten Zustand. Die noch nicht asphaltierten Abschnitte werden Schritt f├╝r Schritt asphaltiert. Um auch diese Stra├čen komfortabel zu bew├Ąltigen, ist ein Auto mit Allradantrieb notwendig.
Die Region um Cachi ist nur mit Allradantrieb zu erreichen. Hier sollte man sich vor Anreise au├čerdem ├╝ber die Stra├čenverh├Ąltnisse informieren, die nach langen Regenperioden nicht passierbar sein k├Ânnen.


Mietwagen:
Die Mietwagen-Agenturen Billiger-Mietwagen.de* und Rentalcars* nutzen wir, um Angebote und Preise zu vergleichen. F├╝r weitere Tipps und Tricks bei der Mietwagenbuchung schaut doch gerne mal hier vorbei.



Lokale SIM-Karte:
Wir haben uns f├╝r einen Zeitraum von 20 Tagen eine lokale SIM-Karte in Argentinien gekauft. Die Karte vom Anbieter Claro kostet einmalig zehn Pesos. F├╝r ein Datenvolumen von 3 Gigabyte zahlt man zus├Ątzlich 210 Pesos. Das Gutgaben kann am Automaten in jedem Laden aufgeladen werden. Beim Kauf der SIM-Karte den Reisepass nicht vergessen.


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