Der Inle-See in Myanmar

Die Bustour ist der Horror. Die Sitze sind einigermaßen bequem, wenn auch ohne Beinfreiheit. Die Straßen bestehen auf Schlaglöchern und die Klimaanlage ist auf die kälteste Stufe eingestellt. Leider haben wir irgendwo etwas Falsches gegessen und werden von Magen- und Kopfschmerzen geplagt.
Als wir morgens um 5.30h im Hotel ankommen, ist unser Zimmer logischer Weise noch nicht fertig. Es warten sieben sehr, sehr lange Stunden bis zum Check-In auf uns. Fieber, Schüttelfrost, Magenschmerzen, Kopfschmerzen. Das volle Programm. Und das hier am See irgendwo in Myanmar. Es könnte bessere Zeitpunkte geben, so richtig aus der Bahn geworfen zu sein. Auch wenn uns im Moment keine besseren Zeitpunkte einfallen… Kranksein auf Reisen ist einfach mal sch…! Nach einem Tag im Bett und einer unruhigen Nacht geht es langsam bergauf. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort und Sven findet sich im Bett wieder. Mit zwei Tagen Verspätung starten wir dann endlich zur Bootstour auf den See.

Und die entschädigt dann für die letzten Tage. Im Morgennebel fahren wir auf das stille Wasser heraus und sehen der Sonne beim Aufgehen zu. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Dieser Ort hat Magie. Der See und seine Kanäle sind die Lebensader der Einheimischen. Es gibt kein frisches Wasser und kaum ein Haus hat einen Stromanschluss. Klamotten und Geschirr werden im See gewaschen. Gewohnt wird in Holzhäusern, die auf Stelzen gebaut mitten im Wasser stehen. Umgeben von schwimmenden Gärten (auf denen man sogar laufen kann). Von A nach B kommt man in schmalen Holzbooten. In solch ein Boot passen 4 Touristen oder mindestens 15 Einheimische. Wir sehen Männer und Frauen, die Algen und Fische angeln und sich um die schwimmenden Tomatenfelder kümmern. Jeder hat einen Job. Und der ist beinhart.

Natürlich gibt es auch hier wunderschöne Pagoden, nein, auch hier haben wir nicht annähernd alle angeguckt, geschweige denn gezählt.

Das Highlight sind aber die Ein-Bein-Fischer. Ihre Technik ist weltweit einmalig. Die Hände werden für das Aufwerfen bzw. Einholen der Netze gebraucht, also stehen die Fischer am Ende ihrer Nussschale äh ihres Bootes auf einem Bein und nutzen das andere Bein zum Paddeln. Welch‘ künstlerische Leistung und welch‘ majestätischer Anblick.

Abends geht´s mal wieder per Nachtbus weiter – das Ziel heißt Bagan.
PS: Danke für die schöne Bootstour, Vicky & Ralf. Wir sehen uns im Sommer in Bern!

Aquarius Inn, Nyaungshwe

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