Andenblick und Einsamkeit im Leoncito Nationalpark

Der Leoncito Nationalpark ist erst ganz kurzfristig auf unseren Radar gekommen. Auf unserem Roadtrip von Mendoza nach Salta haben wir nach interessanten Stopps, möglichst in der Natur, gesucht und sind auf diesen Nationalpark gestoßen.


Auf der schnurgeraden Schotterpiste beim Leoncito Nationalpark

Am Eingang begrüßt uns der Parkwächter freundlich und händigt einen Übersichtsplan mit Wanderwegen aus. Wir tragen uns in seine Anwesenheitsliste ein, suchen nochmal schnell die Toiletten auf und ziehen los. Der Eintritt ist kostenlos. Es gibt weder einen Kiosk noch sonstige Einrichtungen. Wasser und Sonnenschutzmittel muss mal selbst mitbringen. Die Haupt-Wanderung durch den Nationalpark ist sieben Kilometer lang und dauert, je nach Schnelligkeit und Fitness, drei bis vier Stunden.

Vor uns erstreckt sich eine Landschaft, die begeistert. Vorbei an Steinen und Felsen in unterschiedlichen Formen und Strukturen schlängelt sich der schmale Weg. Die Farben der Oberflächen und Erdböden wechseln stetig. Rot wie Feuer. Schwarz wie Schiefer. Violet wie Blumen. Weiß wie Marmor. Sandfarben wie (naja) Sand. Es geht über seichte Hügel und schroffe Klippen. Teilweise führt der Pfad über unebenes Geröll, dann über flache Abschnitte mit blühenden Büschen. Der Weg ist anspruchsvoll. Trittsicherheit ist gefragt.



Uns begegnet niemand. Kein Mensch. Kein Tier. Nur der kalte Wind aus den Anden haucht uns um die Ohren. Apropos, Anden. Auf dem Weg zum Ziel der Wanderung- dem Cerro Leoncito auf 2.615 Metern über Normalnull – blicken wir stetig auf die hohen Zipfel der Anden. Auf den Sechstausendern liegt Schnee. Manche haben Gletscher. Der höchste Wipfel ist der Cerro Mercedario in 80 Kilometern Entfernung auf 6.770 Metern. Der Anblick hat etwas ehrfürchtiges. So imposant, so mächtig. Wir fühlen uns in Gegenwart der Anden wie zwei kleine, unscheinbare Zwerge, die durch die prächtige Natur wandern.



Kleine Büsche und Gräser begleiten unseren Weg zum Gipfel des Cerro Leoncito durch die ansonsten sehr karge Landschaft. Die letzten Meter hinauf sind steil und anstrengend. Der Weg ist schmal und das Geröll rutscht unter unseren Schuhen weg. Oben angekommen pausieren wir mit Blick auf die Anden. Die eingepackten Butterbrote haben wir uns verdient.



Die große Fläche des Leoncito Nationalparks erstreckt sich soweit das Auge reicht. Noch wissen wir nicht, dass wir die Vielfalt von Bergen und Felsen, von Farben und Formen für die nächsten drei Wochen genießen werden.
Es ist kalt hier oben, sodass wir nach kurzer Pause doch schon den Rückweg antreten. Es geht durch ein (im Moment) trockenes, breites Flussbett. Dunkle Erde liegt zu unseren Füßen. Auch hier sehen wir keine Spur von irgendeinem Lebewesen. Nicht mal Vögel oder Insekten sind im Leoncito Nationalpark unterwegs. Die Stille tut gut. Mal wieder stellen wir fest, dass Natur pur für uns die beste Reiseumgebung ist. Ganz besonders hier in Argentinien.


Alles zu unserem Roadtrip von Mendoza nach Salta im April 2019 findest du hier.


Unterkunft

Das Ecoposada El Mercedario* ist mehr oder weniger die einzige Übernachtungsoption in Barreal – 30 Kilometer nördlich des Leoncito Nationalparks. Die Zimmer sind groß und sauber. Auf dem Hof kann man den Sonnenuntergang genießen. Lediglich die Hunde der Eigentümer sich nachts ziemlich aktiv, wenn mit den Nachbarshunden um die Wette gebellt wird.


Restaurants

Die Restaurantauswahl in Barreal ist spärlich. Wir waren zwei Tage vor Ort und haben diese beiden annehmbaren Restaurants getestet:

La Ramada Restaurant: vernünftige Pasta zu fairen Preisen
El Montañes Cervezas Artesanales: urige Einrichtung, lokales Bier


Reiseplanung & unterwegs vor Ort

Reiseführer:
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das englischsprachige Buch Lonely Planet Argentina bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über das Land, Informationen zu den verschiedenen Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.


Mietwagen:
Mit einem Mietwagen lässt sich die Gegend rund um den Leoncito Nationalpark am besten erkunden. Es gibt auch öffentliche Busse, die aber selten fahren und das spontane Anhalten um den Ausblick zu genießen nicht ermöglichen.
Die Mietwagen-Agenturen Billiger-Mietwagen.de* und Rentalcars* nutzen wir, um Angebote und Preise zu vergleichen. Für weitere Tipps und Tricks bei der Mietwagenbuchung schaut doch gerne mal hier vorbei.


Straßenverhältnisse:
Die Straßen in Nordargentinien sind sehr gut ausgebaut. Es sind wenig Autos unterwegs und die Straßen sind in einem guten Zustand. Die noch nicht asphaltierten Abschnitte werden Schritt für Schritt asphaltiert. Um auch diese Straßen komfortabel zu bewältigen, ist ein Auto mit Allradantrieb hilfreich.
Die Region um Cachi ist nur mit Allradantrieb zu erreichen. Hier sollte man sich vor Anreise außerdem über die Straßenverhältnisse informieren, die nach langen Regenperioden nicht passierbar sein können.


Lokale SIM-Karte:
Wir haben uns für einen Zeitraum von 20 Tagen eine lokale SIM-Karte in Argentinien gekauft. Die Karte vom Anbieter Claro kostet einmalig zehn Pesos. Für ein Datenvolumen von 3 Gigabyte zahlt man zusätzlich 210 Pesos. Das Gutgaben kann am Automaten in jedem Laden aufgeladen werden. Beim Kauf der SIM-Karte den Reisepass nicht vergessen.


Social Media

Ihr wollt live dabei sein, wenn wir unterwegs sind?
Ihr wollt noch mehr Fotos, Videos und Stories aus fernen Ländern erleben?
Ihr wollt Tipps zu Ländern und zur Welt des Reisens?
Dann folgt uns auf FacebookInstagramYouTube und Twitter.


Weitere Blogs, die euch interessieren könnten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: