Unsere acht Praxistipps für deine Kuba-Reise

Tipp 1: Per Bus und Taxi auf Kuba unterwegs

Innerhalb der Städte:
Auf Kuba kommt man per Bus oder Taxi von A nach B. Innerhalb der Städte bieten diverse Taxifahrer ihre Dienste an. In großen Städte wie zum Beispiel Havanna oder auch in Camaguey kann man auch Fahrrad-Taxen nutzen. Wer möchte, fährt mit einem der nostalgischen Oldtimer. Die Preise sind dann etwas höher als bei einem Standard-Auto. Taxifahrten sind auf Kuba recht teuer. In Havanna teilweise sogar unverschämt teuer, allerdings alternativlos. Die öffentlichen Stadtbusse sind sehr überfüllt, sodass man auf das Taxi angewiesen ist, um in der weitläufigen Stadt von einem zum anderen Ende zu kommen.

Oldtimer als Touristen-Taxi

Von Stadt zu Stadt:
Es gibt zwei Unternehmen, die Überlandfahrten per Bus anbieten: Viazul und Cubanacan. Die staatliche Gesellschaft Viazul bietet eigentlich alle Strecken zwischen den Städten an. Die klassischen Routen verlaufen entlang der Bundesstraße einmal quer über die Insel. Der Bus hält oftmals am Stadtrand am Busbahnhof, sodass man die Strecke ins Zentrum noch zu Fuß, Fahrradtaxi oder Autotaxi zurücklegen muss. Während der Stopps kann man für etwa 1 CUC die (teilweise recht schmutzigen) Toiletten nutzen und an einer Bar Snacks oder Getränke kaufen. Die Auswahl ist aber gerade in kleinen Orten sehr begrenzt.

Die private Busgesellschaft Cubanacan ist relativ neu auf dem Markt und bietet eine wesentlich kleineres Netz als Viazul an. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Cubanacan gemacht – auch wenn der Bus bei der ersten Fahrt zwei Stunden zu spät kam… Cubanacan nutzt nicht die klassischen Busbahnhöfe als Stationen, sondern große Hotels (der selben Firma). Die Hotels liegen oft wesentlich zentraler als die Busbahnhöfe, die von Viazul angefahren werden. In der Hotellobby werden Snacks und Getränke an der Hotelbar verkauft. Die Toiletten sind kostenlos und sauberer als an den Bahnhöfen. Wer die Möglichkeit hat, eine Strecke mit Cubanacan zu fahren, sollte dies tun. Auf den recht langen Strecken freut man sich dann über saubere Toiletten und einen guten Espresso. Preislich gibt es zwischen den beiden Gesellschaften im übrigen keinen Unterschied.

Snack-Verkauf am Straßenrand

Tipp 2: Bustickets richtig kaufen

Viazul verkauft seine Fahrkarten in kleinen Büros im Bahnhof. Das Streckennetz, den Fahrplan und die Fahrpreise findet man online https://www.viazul.com/ bei Viazul. Für den Kauf ist in jedem Fall der Reisepass vorzulegen. Es kann nur bar bezahlt werden. Cubanacan hat keine eigenen Büros. In manchen großen Hotels gibt es einen Verkaufsschalter in der Lobby. Über die Reiseagentur Cubatur kann man neben Ausflugstouren auch Busfahrkarten kaufen. Sowohl für Viazul als auch für Cubanacan. Die Standorte von Cubatur findet man über Google Maps oder auf aushängenden Stadtplänen in der Touristeninformation. Bei Cubatur kann man Fahrkarten für alle erdenklichen Strecken kaufen, unabhängig vom Ort des Büros. So haben wir in Santiago unsere Fahrkarten für die Strecke von Santa Clara nach Trinidad gekauft. Es ist empfehlenswert, die Karten für die typischen Routen ein paar Tage vor Abreise zu buchen. Die für die Viazul-Fahrten gekauften Karten sind eine Art Voucher, der vor Abfahrt im Bahnhof noch gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden muss. Plant also ein wenig mehr Zeit ein, damit ihr am Bahnhof noch ausreichend Zeit habt, das Büro zu finden und den Voucher zu tauschen.

Voucher für eine Busfahrt

Tipp 3: Wohin mit dem Gepäck im Bus?

Wie bei eigentlich jeder Busreise ist es auch auf Kuba sinnvoll, alle Wertsachen immer in einem kleinen Rucksack bei sich zu haben. Auch dann, wenn man den Bus nur kurz verlässt, um die Toilette aufzusuchen. Große Gepäckstücke werden in den Gepäckbereichen im Bus verstaut. Für diesen Service sind dann noch ein bis zwei CUC je Gepäckstück zu zahlen. Passendes Geld dabei haben. Auf manchen Strecken bekommt das Gepäckstück einen Aufkleber mit einer Nummer. Das Gepäck wird dann bei Ankunft nur ausgehändigt, wenn man das Gegenstück des Aufklebers mit identischer Nummer vorlegt.

Mit Rucksack unterwegs
Rucksack-Familie

Tipp 4: Unterkünfte buchen und finden

Die sogenannten Casa Particular vermieten Gästezimmer oder auch komplette Wohnungen. Das Gästezimmer liegt meistens mit im Wohnhaus und hat immer ein privates Bad. Wir haben im Übrigen nirgendwo auf diesem Planeten jemals derart saubere Unterkünfte belegt, wie auf Kuba. Für 5 CUC pro Person bieten die Gastgeber noch optional ein Frühstück an. Wir haben dieses Angebot immer genutzt, da eine Selbstversorgung aufgrund der recht angespannten Versorgungslage schwer umsetzbar oder mit langer Warterei verbunden ist. Das Frühstück besteht aus frisch gepresstem Saft, Obst, Brot, Kuchen, Kaffee oder Tee. Manchmal werden Eier oder Pfannkuchen serviert. So sind wir täglich lecker gestärkt in den Tag gestartet. 

Über das Portal Airbnb findet man unzählig viele Unterkünfte auf Kuba. Wer keine Lust hat, über Airbnb zu buchen, flexibler sein oder die Airbnb-Gebühr sparen möchte, kann auch vor Ort nach einer Bleibe suchen. Ein Schild am Hauseingang macht kenntlich, dass Gästezimmer vermietet werden. Wir haben unsere Unterkunft ausschließlich über Airbnb gebucht, da wir es hilfreich fanden, Ausstattung, Bilder und Bewertungen vor der Buchung ansehen zu können. So oder so wird den Einheimischen bei einer Buchung sehr geholfen, da sie so Zugang zu der von Touristen genutzten Währung CUC bekommen. 

Wichtig: Die Airbnb-App funktioniert auf Kuba nur, wenn man vor Nutzung eine VPN-Verbindung aktiviert. Die Recherche nach Unterkünften läuft problemlos, aber die finale Buchung wird ohne VPN-Verbindung abgebrochen. Den Dienst „ExpressVPN*“ gibt es ab 8,99 € und dieser hat bei uns gut funktioniert.

Da die alten kubanischen Oldtimer und Ladas sehr laut sind, ist es von Vorteil, nicht unbedingt an der Hauptstraße zu wohnen. Uns ist dies in Trinidad widerfahren und die Nächte waren wirklich unruhig und laut.

Gemütliches Gästezimmer

Tipp 5: Internet auf Kuba leicht gemacht

Ja, in der Tat hat Kuba noch kein weitreichendes Internet. Um das Internet nutzen zu können, braucht man eine Nauta-Internetkarte des staatlichen Telefonanbieters ETECSA. Ja, auch für den Kauf einer solchen Internetkarte wird angestanden. Wer nicht weiß, wo die Karten verkauft werden, orientiert sich einfach an den Schlangen vor den ETECSA-Shops. Jede Karte gewährt 60 Minuten Internetzugang und kostet umgerechnet etwa einen Euro (1 CUC). Pro Person werden drei bis fünf Karten verkauft. Zum Kauf ist der Reisepass notwendig. Um das Internet zu nutzen, braucht man dann erst eine WLAN-Verbindung. Im zweiten Schritt verbindet man sich mit den Anmeldedaten der gekauften Internetkarte. (Vorsicht beim Freirubbeln der Anmeldedaten. Das Material geht schnell kaputt und die Login-Daten werden unleserlich…) Im Anmeldefenster wird die verbliebene Online-Zeit angezeigt. In den öffentlichen Parks gibt es oft schnelle und zuverlässige Hotspots. Man erkennt einen Park mit Hotspot an den dort sitzenden Kubanern und Touristen, die mir ihren Handy beschäftigt sind.  Auch einige Casa Particular bieten WIFI an, allerdings ist die Verbindung dort immer sehr langsam. Im Park ist das sehr flott. Auch in den Lobbies der ganz großen Hotels gibt es Internetzugang. Teilweise ist das WLAN kostenlos, manchmal ist die Nutzung im Preis eines Getränkes enthalten.

In Städten mit vielen Besuchern kann es passieren, dass die Internetkarten nachmittags ausverkauft sind. Dann verkaufen pfiffige Kubaner auf der Straße vor ETECSA Restkarten zum doppelten Preis. Wer unbedingt online sein muss, greift hier zu oder wartet bis zum kommenden Tag. Oft ist der Bestand dann wieder aufgefüllt.

Nauta-Internetkarten

Tipp 6: Bargeld-Reserven im Blick haben

Auf Kuba gibt es aktuell noch zwei Währungen. Über die Abschaffung der nationalen Währung CUP (Peso Cubano; Modena Nacional) wird bereits seit Jahren diskutiert. Touristen haben lediglich die Möglichkeit, die Währung CUC (Peso Cubano Convertible) zu tauschen. Es ist nicht möglich, CUC im Ausland zu bekommen. Im Land bekommt man CUC am Geldautomaten (maximal 200 CUC je Transaktion), in einer Bank oder bei einer Wechselstube. Für einen Wechsel bringt  man am besten Euro-Scheine mit. Auf USD-Wechsel wird eine Gebühr (Strafe) von mehreren Prozent erhoben. Die Umrechnungskurse sind fast überall identisch, da der CUC an den US-Dollar gekoppelt ist. Kuba ist ein Bargeld-Land, sodass man seine Bargeldreserven immer gut im Blick haben sollte. Denn: „Geld besorgen“ kann schnell zu einem Halbtagesprojekt werden. Am Geldautomaten werden die Kreditkarten manchmal abgewiesen. Manche Geldautomaten sind leer. Bei anderen steht man lange Zeit an. Ähnliches Szenario in den Banken. Geldreserven sind zwar verfügbar, aber es dauert sehr lange, bis man an der Reihe ist. Jede Geldschein- Seriennummer wird akribisch notiert, bis dann der Wechselvorgang abgeschlossen werden kann. Also, Zeit mitbringen. Wie sooft auf Kuba. 🙂

Geldautomat in Santiago de Cuba
Schlange stehen am Geldautomat

Tipp 7: Spanisch lernen oder App-Hilfe nutzen

Wir sprechen kein spanisch und sind auf Kuba gut zurecht gekommen. In den Restaurants der größeren Städte gibt es englischsprachige Karten. Die Kommunikation mit den Gastgebern klappt auch mit Händen und Füßen wunderbar. Spätestens nach drei Tage weiß man, was „Ei“, „Spiegelei“ und „Kaffee“ auf spanisch heißen ;-). Dennoch sei euch die vielleicht hilfreichste App der Welt empfohlen: Google Translate. Diese App übersetzt Texte (selbst geschriebene oder Texte von beispielsweise Menukarten) und versteht unzählige Sprachen. Gewünschte Sprachen können offline zur Verfügung gestellt werden, sodass der Wortschatz jederzeit verfügbar ist – auch wenn man nicht online ist. Selbst eine Diktierfunktion ist nutzbar. Mit dieser App gibt es für jede Kommunikationshürde eine Lösung.


Tipp 8: Augen auf beim Wasser-Kauf

Leider ist die Versorgungssituation auf Kuba nach wie vor unzureichend und erschütternd. Viele Supermarktregale sind nur halbgefüllt. Wer etwas kaufen möchte, muss sich an wenig bis gar keine Auswahl einstellen. Die verfügbaren Artikel sind selbst für europäische Artikel sehr teuer. Besonders das Angebot von Wasserflaschen hat uns mehr als ein Mal vor Herausforderungen gestellt. Nur wenige Supermärkte verkaufen Trinkwasser. Gerade an den sehr heißen Tagen sind wir teilweise zwei Stunden von Shop zu Shop gelaufen, um Wasser zu bekommen. Die morgens gefüllten Regale waren dann mittags auch bereits leer. Wer viel Wasser trinkt und ein volles Wasser-Regal findet, sollte sich eindecken. Ähnliches gilt übrigens für Feuerzeuge und Streichhölzer. Am Straßenrand werden sogar einzelne Streichholz-Packungen verkauft. Beide Artikel sind selten zu bekommen.

Trinkwasser-Vorrat

Und nun? Viel Spaß auf Kuba.


Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das deutschsprachige Buch Lonely Planet Reiseführer Kuba* bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über das Land, Informationen zu den verschiedenen Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.

Für detaillierte Reiseberichte und Fotos unserer Kuba-Reise legen wir euch unsere Kuba-Blogs ans Herz.

Wohnhaus mit Veranda in Vinales

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