Ein verregnetes Wochenende in Pristina

Unabhängigkeit des Kosovos

Nun sind wir also in Pristina. Einer Stadt, die man aus Schulzeiten immer nur mit Krieg in Verbindung gebracht hat. Das Gefühl ist irgendwie komisch. Anfang des Jahrtausends waren hier noch Unruhen an der Tagesordnung, heutzutage ist davon glücklicher Weise nicht mehr viel zusehen.

Graue Hochhäuser und Dauerregen
Sicherlich, die Stadt ist nicht wirklich einladend. In der Fußgängerzone stehen graue, nichts sagende Hochhäuser. Der Dauerregen macht es nicht gerade besser. Wir fühlen uns hier nicht so besonders wohl. Die Nase läuft weiterhin und unsere Klamotten-Auswahl ist einfach nicht auf 5°C Ende März ausgelegt. Draußen laufen wir mit drei Klamotten-Schichten durch die Stadt und drinnen mag man den Espresso nicht genießen, da in jedem Café geraucht wird. Hmmh, nicht gerade der beste Stop. Dass die Free Walking Tour dann auch noch ausfällt, macht es nicht besser. So machen wir dann spontan aber unsere eigene Tour und erkunden die wenigen Sehenswürdigkeiten gemeinsam mit Vero der Amerikanerin aus Madrid.

Moscheen und Denkmäler
In Pristina stehen viele Moscheen, die man allerdings nicht besichtigen darf. Alle drei bis vier Stunden ertönen die Gesänge des Muezzin durch die Straßen. Der Glauben, speziell bei der jüngeren Generation, scheint aber keine sehr wichtige Rolle (mehr) zu spielen. Wir sehen wenige Leute beim Gebet und auch nur die alten Herren gehen in die Moscheen.
Des Weiteren ist man den US-Amerikaner offensichtlich sehr dankbar für Frieden und Wiederaufbau. Es gibt den Bill Klinton Boulevard (ja, Clinton mit „K“ ;-)), den California Diner, das Spitali Amerikani und viele US-Klamottenshops.
Vor fast genau zehn Jahren hat der Kosovo die Unabhängigkeit von Serbien gefeiert. Ein Denkmal gedenkt diesem wichtigen Tag im März 2008.

Das dritthässlichste Gebäude der Welt
Nach ca. 90 Minuten kennen wir gefühlt jeden Meter der Stadt. Nicht zu vergessen die im Jahr 2017 als dritthässlichstes Gebäude der Welt gekürte Bibliothek von Pristina. Ja, echt hässlich. Unsere Assoziationen schwanken zwischen Ufo und Gefängnis. So richtig kann man nicht verstehen, was sich der Architekt dabei gedacht hat. Immerhin, wir haben das Gebäude gesehen und verziehen uns dann ganz schnell wieder ins Hostel. Bei Tee und Heizung verbringen wir die letzten Stunden in dieser Stadt, die eigentlich nicht wirklich eine Reise wert ist.

Bibliothek von Pristina

The National Library of Kosovo „Pjetër Bogdani“


Unterkunft
Wir haben wunderbar zentral im Hostel Center Pristina* gewohnt. Die kleine Unterkunft mit lediglich ein paar Betten liegt direkt in der Einkaufsstraße und die jungen Mitarbeiter heißen einen freundlich willkommen und stehen für Tipps bereit. Ein Doppelzimmer kostet ca. 20€/Nacht inkl. Frühstück.


Restaurants
In der Fußgängerzone gibt es viele einfache Restaurants, die Döner, Salat und Fast Food anbieten. Alles wird frisch zubereitet, man kann also nicht sehr viel falsch machen. Uns hat es allerdings gestört, dass man fast überall auch drinnen raucht. Wer es etwas besser mag, ist im Liburnia bei guter, lokaler Küche sehr gut aufgehoben. Auch hier sind die Preise mehr als fair und die Portionen sehr gut (wie eigentlich überall im Balkan).


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich der Lonely Planet Eastern Europe auf englisch bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über den Kosovo, Bus-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps.


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Das Video zur Reise seht ihr hier:


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2 Kommentare zu “Ein verregnetes Wochenende in Pristina

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