Shanghai – die drittgrößte Stadt der Welt

Pudong in Shanghai

Mit einiger Verspätung sind wir in China angekommen. Allerdings nicht, weil irgendetwas schief gelaufen ist, sondern weil uns die Mongolei sozusagen aufgehalten hat. Unser dortiger Stopp war für sieben bis zehn Tage geplant. Wir hatten für Ulaanbaatar so zwei bis drei Tage angedacht und weitere fünf bis sieben Tage für eine Tour durch die Weiten des Landes.
Doch es ist alles ganz anders gekommen, sodass wir insgesamt 28 Tage in der Mongolei waren. Aber schweifen wir ab. Also zurück nach China. Unsere Mongolei-Blogs findest du übrigens hier.

Unser China-Visum hat eine Gültigkeit von 40 Tagen. Da uns die Visa-Beantragung einige Stunden und Nerven gekostet hat, wollen wir die 40 Tage nun komplett ausnutzen. Die Geschichte zu unseren Visa-Anträgen findest du hier.

Shanghai – die drittgrößte Stadt der Welt

Die China-Reise führt uns als erstes nach Shanghai – die drittgrößte Stadt der Welt. 23 Millionen Menschen warten auf uns. Die Einreise nach China klappt problemlos. Sicherheitshalber haben wir uns ein Fährticket für die Ausreise nach Macau gebucht – doch niemand fragt danach.

In der Dunkelheit erreichen wir Shanghai. Warme Luft schlägt uns entgegen. Endlich wieder Wärme. Die letzten Tage in Ulaanbaatar waren extrem kalt. Nachts war es nur knapp über Null Grad und in unserem Apartment war die Heizung ausgestellt.

Grüne Alleen in der French Concession

Dem Stadtteil „French Concession“ ist eine besondere Berichterstattung gewidmet, denn hier war für acht Tage unser Zuhause. In einem der schicksten Stadtteile der Stadt, in dem viele Expatriats wohnen, haben wir uns eine airbnb-Wohnung gebucht.

Unsere ersten Schritte gehen vorbei an grünen Vorgärten und durch mit Bäumen gesäumte Alleen. In den Restaurants und Cafés von French Concession genießt man den Feierabend im Freien. Was für ein Gegensatz zu Ulaanbaatar, wo man wegen der schlechten Luft und dem lauten Verkehr gar nicht draußen sein wollte und konnte.

Der Stadtteil ist eine Wonne. Neben den zahlreichen Restaurants, Cafés und familiären Garküchen findet man Dutzende Boutiquen. Schuhe, Kleider, Nachtwäsche. Dazwischen duften kleine Blumenläden und bieten Frisöre ihre Dienste an. Allabendlich bummeln wir durch die ruhigen Straßen und genießen es, hier zu sein. Ja, du hast richtig gelesen. Es ist ruhig – in Shanghai. Viele Autos und Roller fahren mit Elektroantrieb. Eine Wohltat für die Ohren nach den Strapazen von Ulaanbaatar.

Shanghais bekannteste Straße „The Bund“

Wie ein Magnet zieht uns „The Bund“ an. DIE Straße der Stadt. Die Straße, die früher sozusagen die Wallstreet von Shanghai war. Hier pulsierte das Leben und es regierte das Geld. Hier wurde gefeilscht, gekauft und verkauft. Prächtig stehen die repräsentativen Bauten an der Uferpromenade. Ihre stilvollen Fassaden werden abends wunderschön goldgelb beleuchtet. Noch heutzutage strahlen sie Macht und Reichtum aus, obwohl ihre Funktionen sich längst verändert haben. Neben noblen Restaurants finden sich hier teure Hotels und Bars. Die Atmosphäre gefällt uns zum Sonnenuntergang am besten. Dann löst die Nachtbeleuchtung die Sonne ab und in der Millionenstadt wird es langsam noch ruhiger.

Von Ruhe ist in der Nanjing Road dagegen nichts zu spüren. Nur ein paar Hundert Meter von „The Bund“ entfernt verläuft die größte Einkaufsmeile Asiens. Die Nanjing Road ist voll. Voll mit Einkaufszentren. Voll mit Cafés. Voll mit Klamottenläden. Voll mit Leuten. Hier wird schneller konsumiert als wir gucken können. Lange Schlangen bilden sich vor Shops, die Eistee oder Kekse verkaufen. Ein einzigartiger Trubel. 

Das Gegenstück zu „The Bund“ – Pudong

Während „The Bund“ Tradition und Historie vermittelt, ist der Stadtteil Pudong auf der anderen Seite des Flusses Huángpu das komplette Gegenteil. Die modernen Wolkenkratzer mit ihren durchgehenden, glänzenden Fensterfronten versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen. Der Shanghai Tower ist mit einer Höhe von mehr als 650 Metern das zweitgrößte Gebäude der Welt. Immer neue Bauten sprießen dem Himmel entgegen. Pudong ist das reiche Zentrum von Shanghai. Teure Hotels, Bars mit Dachterrasse und Banken teilen sich den engen Raum am Wasser. Die Super Brand Mall ist das größte Einkaufszentrum Asiens. In Pudong treffen sich die Superlative.

Wenn es um 18:00 Uhr dunkel ist, beginnt eine geniale Lichtershow. Jedes Hochhaus in Pudong und auch in den umliegenden Stadtteilen ist beleuchtet. Weiße, blaue, rote, lilafarbene Lichter blitzen um die Wette. Einige Gebäude wechseln ihre Beleuchtung im Minutentakt. Unser Lieblingsort ist zu dieser Tageszeit die Uferpromenade am „The Bund“. Hier flanieren Einheimische, Expatriats und Touristen während die Skyline kilometerweit blinkt. Auch wenn wir keine Freunde von „das Beste“, „das Schönste“ und ähnlichem sind: Es wird schwer, eine Skyline zu finden, die mit der von Shanghai mithalten kann.

Von Garküchen und Einkaufszentren

Doch Shanghai wäre nicht Shanghai ohne seine typischen Garküchen. Das sind die Garküchen, die man in jeder Dokumentation über China erwartet. Diese kleinen, eher schmuddeligen, dunklen Kaschemmen. Diese Brutzelbuden, vor denen man steht und sich nicht traut etwas zu bestellen. Diese Buden, die Tag um Tag gefüllt sind und danach schreien, getestet zu werden. An vielen Ecke warten sie in Shanghai auf uns. Direkt neben einem der unzähligen, modernen Einkaufszentren. Allerdings werden es immer weniger Garküchen und immer mehr Malls. Wir hoffen sehr, dass diese Entwicklung nicht zum Tod der Garküchen führt.

Die Kontraste sind in Shanghai einzigartig. Es gibt Straßen, die nur aus Einkaufszentren bestehen. Manchmal fragen wir uns, woher die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Doch die Chinesen lieben es, Geld auszugeben und so sind fast alle Zentren gut gefüllt. Und in den kleinen Gässchen zwischen den Glasfronten verkauft eine Familie die besten Dumplings der Stadt. Während draußen Jugendliche in Nike-Turnschuhe mit dem neuen iPhone Xs vorbeigehen, verspeisen wir drinnen für umgerechnet 1,65 € zehn frisch gemachte Dumpings. Müßig zu erwähnen, dass alle anderen Kunden mit ihrem Handy per WeChat Pay und AliPay bezahlen. Nur wir leider nicht. Ausländische Kreditkarten kann man (noch) nicht bei WeChat und AliPay hinterlegen. Shanghai ist voll mit diesen kleinen Geschichten. Diesen Situationen, die so plötzlich vor uns auftauchen, dass uns erst hinterher klar wird, was hier eigentlich vor sich geht.

Das ist der Mann mit seinem Verkaufsanhänger voller Porzellan, der an einer Straßenkreuzung gegenüber von teuren Restaurants steht. Wir fragen uns, ob sich sein Geschäft überhaupt lohnt. Kaum kommen wir ein paar Stunden später wieder an ihm vorbei, ist sein Anhänger umringt von Chinesen, die fleißig Porzellan kaufen. Einfach toll, dass die kleinen Händler und Läden den austauschbaren Konsumtempeln trotzen. Shanghai wird sich (hoffentlich) auch noch langen diesen Charme erhalten. Und diesen liebenswerten Spagat zwischen Moderne und Tradition weiter leben.

Sightseeing-Stopps im Regen

Leider haben wir ein paar Tage lang etwas Pech mit dem Wetter. Es ist zwar warm. Sehr warm. Teilweise geht das Thermometer bis an die 40-Grad-Grenze heran. Doch heftige Gewitter ziehen durch die Stadt. Die Straßen sind überflutet und unsere Regenjacken helfen nicht wirklich. Wir nutzen die Zeit für einen Besuch im Shanghai Museum. Eine gute Entscheidung. Über vier Stockwerke werden Tausende Ausstellungsstücke zur chinesischen Geschichte gezeigt. Von Münzen, über Gemälde bis hinzu Klamotten und Möbeln. Das Museum ist zentral in der Nähe der Nanjing Road gelegen und lohnt auch bei trockenem Wetter einen Besuch – außerdem ist der Besuch kostenlos.

Lampignons in China

Lampignons an der Decke

Was Shanghai übrigens fast komplett fehlt, was jeder sicherlich mit China in Verbindung bringt, sind Tempel. Ganz anders als Peking (unser Peking-Blog aus 2015). Wir haben dem Jade Buddha Tempel (Eintritt: 20 Yuan pro Person) einen Besuch gegönnt. Die Anlage ist ziemlich neu restauriert. Auf den ersten Blick wirkt es etwas komisch, wenn man durch eine sozusagen neuen Tempelanlage geht. Doch die einzelnen Hallen sind wunderschön gestaltet. Der Namensgeber ist ein Buddha aus Jade, der aus Myanmar hierher gebracht wurde. Der Tempel steht im Übrigen umrundet von Hochhäusern an einer relativ großen Straße. Da ist er wieder, der Spagat zwischen Moderne und Tradition. Typisch Shanghai.

Fußball in der Millionenstadt

Ein Aufenthalt in Shanghai wäre natürlich (!) nicht komplett ohne ein Fußballspiel. Wir können uns den Spaß gleich zwei Mal. Beim Spitzenspiel zwischen dem Heimverein SIPG und dem Drittplatzierten Guangzhou Evergrande ist es wirklich schwierig Eintrittskarten zu bekommen. Das Spiel ist ausverkauft und die Händler auf dem Schwarzmarkt fast unerbittlich. Drinnen ist die Stimmung klasse. Es wird gejubelt und geklatscht wann immer SIPG in Richtung des gegnerischen Tores marschiert. Euphorie – das können die Chinesen.
Das zweite Spiel ist längst nicht so begeisternd. Das Rund ist nur zur Hälfte gefüllt und die Stimmung eher mau. Dafür ist das fussballerische Niveau aber echt ganz ansehnlich. 

Shanghai Stadium

Shanghai Stadium

Yu-Garten

Wir sind uns etwas unschlüssig, ob wir uns den Trubel des Yu-Gartens (oder auch Yu Yuan Garten) tatsächlich antun sollen. Doch irgendwie wollen wir auch nicht darauf verzichten. Die Sonne scheint so schön, ein perfekter Tag für den Park. Direkt nebenan liegt die sogenannte „Old Street“. Die Gebäude sind im alten chinesischen Stil gebaut. Die geschwungenen Dächer sehen echt schön aus und erinnern uns irgendwie an Takayama in Japan. Auf der Straße ist die Hölle los. Hunderte chinesische Touristen bummeln vorbei an den unzähligen Essständen. Das Chaos ist genial, aber auch ein bisschen anstrengend. Auch für die Chinesen ist ein Besuch in Shanghai eben etwas besonders. Die Lautstärke ist ohrenbetäubend.

Nicht viel besser wird es auf den ersten Metern im Yu-Garten. Doch nach ein paar Minuten verläuft sich die Masse zum Glück ein wenig.
Im Garten aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368–1644) stehen viele Pavilions und Temple. Steinbrücken führen über die kleinen Teiche in denen Koi-Karpfen schwimmen. Steinmauern mit Inschriften und verwunschenen Kreaturen schmücken die Wege. Es braucht etwas Zeit, bis wir die Atmosphäre genießen können. Anfangs ist es einfach zu voll. Aber wenn man über die vielen Besucher hinweg blickt, sieht man die blühenden Seerosen und uralten Magnolien-Bäume.

Hoch über der Stadt

Ein Besuch in Shanghai wäre nicht komplett ohne die Stadt von oben gesehen zu haben. Wir heben uns dieses Highlight bis zum letzten Abend auf. Der Tag ist perfekt. Die Sonne strahlt und der Himmel ist wolkenlos. Das zweithöchste Gebäude der Welt – der Shanghai Tower – lädt seine Besucher auf mehr als 540 Meter Höhe ein. Wir entscheiden uns für die günstigste Ticket-Variante: Stockwerk 118 – 546 Meter über Normalnull. Für 180 Yuan (ca. 23,00 €) geht es in 40 Sekunden bis nach oben. Bringt ein bisschen Zeit mit, wenn ihr herkommt. Wir haben etwa 45 Minuten gebracht, bis wir oben waren.

Die Aussicht ist – logischerweise – genial. Die Dimensionen von Shanghai werden uns nun erst richtig bewußt. Mit 23 Millionen Einwohnern ist Shanghai die drittgrößte Stadt der Welt. Wir sehen das Ende der Stadt auch von hier oben nicht. Die Viertel mit Dutzenden Hochhäusern reichen bis zum Horizont.

In etwa 60 Minuten geht die Sonne unter. Es bleibt also noch ausreichend Zeit, die Vogelperspektive im Hellen zu genießen. Dann dämmert es langsam und wir suchen uns einen guten Platz am Fenster, um mit zu erleben, wie die Lichter der Stadt langsam angehen.
„The Bund“ macht mit seiner goldgelben Beleuchtung den Anfang. Dann werden Stück für Stück auch die Wolkenkratzer von Pudong hell. Die Lichtershow beginnt. Einfach genial. Was von unten schon einmalig zu beobachten war, ist von oben nicht minder toll. Immer mehr Häuser fangen an zu blinken und zu glitzern. Manche Fassaden haben große LEDs, die Animationen zeigen. So geht unser unvergesslicher Stopp in Shanghai mit diesem tollen Erlebnis zu Ende.
Dankbar, hier gewesen zu sein und traurig, abreisen zu müssen, sinken wir ins Bett. Morgen wartet Xian auf uns. Die erste chinesische Stadt, von der wir überhaupt nicht wissen, was uns erwartet.

Was bleibt?

Auch nach acht Tagen in Shanghai fällt es uns immer noch schwer, die Stadt in Worte zu fassen. Es fehlen die richtigen Worte, um diese Vielfalt zu beschreiben. Selten haben wir eine Stadt erlebt, die soviel Zeit zum Kennenlernen in Anspruch nimmt. Jede Ecke ist anders. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Puls. Jeder Sightseeing-Stopp liefert etwas Neues. Es ist ermüdend Shanghai zu besuchen. Die vielen Eindrücke wollen verarbeitet werden. Doch Shanghai ist so unglaublich faszinierend, da ist die Müdigkeit schnell vergessen.
Die Bandbreite ist enorm. Schmuddelige Garküchen neben Gucci-Flagshipstores. Grüne Alleen gefüllt mit konsumierenden Chinesen. Leihfahrräder neben orangefarbenen Maseratis. Skorpione am Spieß neben Häagen-Dazs-Cafés.

Die Aufzählung ließe sich ewig fortführen. Es gibt noch so, so viel zu entdecken in dieser einzigartigen Stadt. Wer weiß, vielleicht kommen wir eines Tages wieder und schauen, ob sich die Garküche an der Ecke halten konnte und wie sich die Skyline von Pudong verändert hat.

Oriental Pearl Tower in Shanghai

Oriental Pearl Tower


Unterkunft
Wir können uns keine bessere Unterkunftslage als French Concession vorstellen, wenn man in wenigen Tagen viel von Shanghai sehen möchte. Der Stadtteil hat drei Metrostationen, zig Einkaufszentren, Garküchen, Restaurants und Bars. Mit etwas Glück findet man eine günstige Bleibe – denn, die Unterkünfte in Shanghai sind relativ teuer. Wir haben bei airbnb pro Nacht 54,00 € für ein vollausgestattetes Apartment bezahlt.


Restaurants
Gibt es eigentlich eine Stadt, die mehr Restaurants als Shanghai hat? Keine Ahnung. Alleine bei TripAdvisor sind mehr als 17.000 Läden bewertet. Da kommen noch Tausende hinzu.
Uns hat es immer dort am besten geschmeckt, wo viele Einheimische saßen/aßen. Das waren zumeist kleine Läden und das Essen wurde frisch vor unseren Augen zubereitet. Die größeren Restaurants und speziell die, in denen sich viele Ausländer aufhalten, sind wesentlich teurer. Dasselbe gilt übrigens auch für die bekannten Kaffee-Marken wie Costa Coffee und Starbucks. Für eine Mahlzeit haben wir umgerechnet zwischen 1,65 € und 6,00 € bezahlt. Das ist wirklich günstig. Doch nach oben ist der Skala (wie immer) kein Limit gesetzt.

Wer Lust auf den typisch, chinesischen Food Court hat, der sollte den hektischen Court in der Nanjing East Road  (Standort) besuchen. Wir können die gefüllten Blätterteig-Pizzen (am Ende der Rolltreppe unten direkt links) und den Oktopus vom Grill sehr empfehlen.

Food Court in China

Food Court Nanjing East Road


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das deutschsprachige Buch Lonely Planet China* bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über Land und Leute, Informationen zu den verschiedenen Regionen und Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.

Shanghai ist unglaublich groß. Die Metro zu nutzen in Pflicht, um die Stadt in kurzer Zeit zu besichtigen. Eine Fahrt kostet (abhängig von der Entfernung) zwischen drei und fünf Yuan. Es ist empfehlenswert, sich eine aufladbare Metrokarte zu kaufen. So spart man zwar kein Geld, aber das lästige Anstehen an den Fahrkartenautomaten. Die Karten werden in jeder Metrostation verkauft. Die Karte wird mit einem beliebigen Betrag aufgeladen und kann immer wieder neu aufgeladen werden. Je Karte zahlt man 20 Yuan Pfand. Das Guthaben wird am Drehkreuz zum Bahnsteig angezeigt, wenn man hindurch geht.


Internet in China
Noch nie haben wir so viele Menschen gesehen, die permanent mit ihren Handys beschäftigt sind, wie in China. China ist online. Sei es zum Serien gucken, während der Metrofahrt oder zum Ballerspiel spielen im Apple Store. Vor allem dank WeChat ist der Chinese einer unendlichen Informationsflut ausgesetzt, die irgendwie verarbeitet werden muss.

Für Ausländer ist das Nutzen des Internets in China etwas schwieriger. Bekannte Seiten und Dienste wie Google, Twitter, Instagram und Facebook sind gesperrt. Gerade ohne Google ist man unterwegs echt aufgeschmissen. Weder Routen-Suche noch Restaurantbewertungen oder die klassische Google-Recherche sind möglich. Um diese Blockaden zu umgehen, braucht man einen sogenannten VPN-Zugang – oder man hilft sich mit Alternativen aus… Die kostenlosen VPN-Dienste sind mehr oder weniger schwankend. Einige funktionieren nur, wenn das Gerät nicht gleichzeitig im WLAN ist. Den Dienst „ExpressVPN*“ gibt es ab 8,99 € und hat bei uns gut funktioniert. Dennoch muss man beachten, dass die Antwortzeiten der „nicht gewünschten, ausländischen“ Seiten, Anwendungen und Dienste in China gedrosselt werden. Auch mit VPN kann es sehr mühsam sein, das Internet zu nutzen.

Wichtig: Die VPN-App muss vor (!) der Einreise nach China heruntergeladen werden, da die App-Stores die Anwendungen nicht mehr anzeigen, sobald man im chinesischen Netz ist.


Lokale SIM-Karte in China nutzen
Der Anbieter China Mobile ist der größte Mobilfunkanbieter der Welt, mit sage und schreibe 720 Millionen Kunden. Leider nützt es aber wenig, sich eine SIM-Karte von China Mobile zu zulegen, da diese nicht VPN-kompatibel sind.
Uns hat der Service und die Netzabdeckung von China Unicom gut gefallen. Wir haben für eine Gültigkeit von sechs Wochen für 20 Gigabyte Datenvolumen und 300 Freiminuten (nur lokale Anrufe) 26,00 € (200 Yuan) bezahlt. Sofern notwendig, liefen auch alle Anwendungen mit aktiver VPN-Leitung. Die Unicom-Läden zu finden, ist nicht so einfach. Ein Laden liegt recht zentral nahe der Nanjing Road (Standort). Für den Kauf der SIM-Karte ist der Reisepass vorzulegen. Weitere Tipps zum Kauf von lokalen SIM-Karten findest du hier.


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12 Kommentare zu “Shanghai – die drittgrößte Stadt der Welt

  1. „Fast komplett ohne Tempel“. Da muss ich doch spontan widersprechen. Ich habe in Shanghai einige der schönsten und interessantesten Tempel in China erlebt. Aber die meisten Touristen kommen nach Shanghai nicht wegen der Tempel. Ihr hättet Euch trotzdem den hübschen ruhigen Chen Xiang Ge- Tempel nicht entgehen lassen dürfen! Ein ruhiges buddhistisches Nonnenkloster nur wenige Schritte vom Yu-Garten entfernt.
    Gute Reise!
    Ulrike

    • Hi Ulrike, danke für die Tipps. Beim nächsten Mal haben wir hoffentlich Zeit für den Tempel und das Kloster. Aber ja, man kommt nicht unbedingt wegen der Tempel nach Shanghai… Grüße aus Kunming. Anna

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