Einsamkeit am Yulong-Fluss (Yangshuo)

Blumenwiese im Oktober

Unsere fünfwöchige Reise durch das große China geht in Yangshuo zu Ende. Besser gesagt, am Yulong-Fluss. Ein paar Kilometer außerhalb der eher trostlosen Stadt Yangshuo findet man Ruhe und üppige Natur. 

Immer am Fluss entlang

Der Yulong-Fluss schlängelt sich über eine Länge von 35 Kilometern durch die Provinz Guangxi. Bekannt ist er aber nicht wegen seiner – ziemlich unbedeutenden – Länge, sondern wegen seiner Lage. Zwischen hohen, grün bewachsenen Felsen aus Karststein bahnt er sich seinen Weg. Am Ufer sind Fußwege angelegt. Der Weg führt vorbei an gigantischen Bambus-Bäumen und Gemüsebeeten, die auf die Ernte warten. In den Büschen zwitschern Vögel. Schmetterlinge schwirren an uns vorbei. Was für eine wohltuende Atmosphäre. Alle 20 bis 30 Minuten kommt uns jemand mit dem Fahrrad entgegen. Ansonsten haben wir die üppige Natur ganz für uns alleine. Ruhe und Einsamkeit – ja, es gibt sie. Auch in China. Natürlich überrascht uns China damit mal wieder. Wie schon so oft in den letzten Wochen. Es gibt einfach nichts, was es nicht gibt in China. 

Spiegelbilder und Bambus-Floß

Das Wasser des Yulong bewegt sich nur kaum merklich. Die Wasseroberfläche ist spiegelglatt. Klar, dass Spiegelbilder auf ihr dann nicht fehlen dürfen 😉 Wunderbar doppeln sich die Berge und Bambus-Bäume auf dem Wasser. Die Fotos mögen ähnlich aussehen… ok… Aber wir fanden das so schön anzusehen, dass wir die Bilder unbedingt teilen möchten.

Ein paar Touristen finden wir in den Weiten der Natur um Yangshuo dann doch noch. Man fährt Bambus-Floß. Auf dem schmalen Gefährt stehen zwei Stühle. Wasser schwappt über die zusammen gebundenen Bambus-Stämme. Doch Chinesen kennen keine Angst. Tapfer sitzen sie auf den Stühlchen, die Schuhe gegen das Nass in Plastik eingewickelt und filmen (na klar) ihre Bambus-Fahrt auf dem Yulong. Ruhig ziehen die Floße an uns vorbei. Der erholsamen Stille tut das keinen Abbruch. Wir atmen noch ein paar Mal kräftig die frische Luft ein und verabschieden uns aus China.

Ein chinesisches Kochkurs

Eigentlich hatten wir uns schon oft vorgenommen, in jedem Land, das wir besuchen, einen Kochkurs zu machen. Geklappt hat das bislang noch nie. Dabei ist es einfach eine schöne Sache, ein bisschen etwas über die einheimische Küche zu lernen.

In China schaffen wir es endlich, einen Kochkurs zu machen. In der „Yangshuo Cooking School“ zahlt man 200 Yuan (etwa 26 €) pro Person und wird mit einem gut organisierten Kochkurs und leckerem Essen belohnt. Jeder kocht sein eigenes Essen – insgesamt fünf Gänge. Alle Gerichte werden im Wow zubereitet. Am wichtigsten sind die Zutaten Ingwer, Knoblauch und Austern-Sauce. Die machen die besondere Note aus. Das merken wir uns für zuhause. Ansonsten nehmen wir – wie üblich – die Rezepte mit. Wer weiß, vielleicht kochen wir die super leckeren Auberginen ja doch eines Tages mal nach.

Was bleibt?

Die Tage in Yangshuo waren für uns sehr erholsam. Nachdem der tagelange Regen aufgehört hatte, konnten wir die einsame Natur total genießen. Stundenlang geht man am Flussufer entlang und wird lediglich von ein paar Vögeln begleitet. Einfach wunderbar.


Unterkunft
Es macht Sinn, direkt am Yulong-Fluss (oder alternativ am Li-Fluss) zu wohnen. Nur so kann man die Faszination und Ruhe dieser Natur genießen. Der Ort Yangshuo ist nicht wirklich erwähnenswert. Wir haben im Wada Hostel* am Yulong gewohnt. Es gibt noch ein Schwester-Hostel im Ort*. Das Hostel ist ziemlich einfach eingerichtet. Die Fenster sind (wie so oft in China) einfach verglast. Im Gemeinschaftsbereich ist es ziemlich kalt, wenn es regnet. Doch das Essen ist sehr lecker und bei einem Zimmerpreis von 13 € für ein Doppelzimmer ist auch das Frühstück für 4 € bis 5 € drin. Abends kann man im Hostel essen. Das Curry ist super lecker.


Restaurants
Wir haben jeden Abend im Hostel gegessen. Im Ort gibt es aber auch Restaurants, zu denen wir allerdings nicht viel sagen können.
Erwähnenswert ist der tolle Kochkurs mit der Yangshuo Cooking School.


Reiseplanung & unterwegs vor Ort
Nach Yangshuo kommt man wunderbar mit dem öffentlichen Bus. Yangshuo hat keinen Bahnhof. Der nächste Bahnhof ist in Xingping (wird aber oft dennoch „Yangshuo Railway Station“ genannt“). Öffentliche Busse fahren regelmäßig von Yangshuo zum Bahnhof. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Region um den Yulong-Fluss nur von ausgewählten Taxen angefahren werden darf. Wer als aus dem Ort oder vom Busbahnhof zu einer Unterkunft am Fluss möchte, muss spezielle Taxen buchen. Wir haben die Taxen über das Hostel bestellt.

Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das deutschsprachige Buch Lonely Planet China* bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über Land und Leute, Informationen zu den verschiedenen Regionen und Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.


Internet in China
Noch nie haben wir so viele Menschen gesehen, die permanent mit ihren Handys beschäftigt sind, wie in China. China ist online. Sei es zum Serien gucken, während der Metrofahrt oder zum Ballerspiel spielen im Apple Store. Vor allem dank WeChat ist der Chinese einer unendlichen Informationsflut ausgesetzt, die irgendwie verarbeitet werden muss.

Für Ausländer ist das Nutzen des Internets in China etwas schwieriger. Bekannte Seiten und Dienste wie Google, Twitter, Instagram und Facebook sind gesperrt. Gerade ohne Google ist man unterwegs echt aufgeschmissen. Weder Routen-Suche noch Restaurantbewertungen oder die klassische Google-Recherche sind möglich. Um diese Blockaden zu umgehen, braucht man einen sogenannten VPN-Zugang – oder man hilft sich mit Alternativen aus… Die kostenlosen VPN-Dienste sind mehr oder weniger schwankend. Einige funktionieren nur, wenn das Gerät nicht gleichzeitig im WLAN ist. Den Dienst „ExpressVPN*“ gibt es ab 8,99 € und hat bei uns gut funktioniert. Dennoch muss man beachten, dass die Antwortzeiten der „nicht gewünschten, ausländischen“ Seiten, Anwendungen und Dienste in China gedrosselt werden. Auch mit VPN kann es sehr mühsam sein, das Internet zu nutzen.

Wichtig: Die VPN-App muss vor (!) der Einreise nach China heruntergeladen werden, da die App-Stores die Anwendungen nicht mehr anzeigen, sobald man im chinesischen Netz ist.


Lokale SIM-Karte in China nutzen
Der Anbieter China Mobile ist der größte Mobilfunkanbieter der Welt, mit sage und schreibe 720 Millionen Kunden. Leider nützt es aber wenig, sich eine SIM-Karte von China Mobile zu zulegen, da diese nicht VPN-kompatibel sind.
Uns hat der Service und die Netzabdeckung von China Unicom gut gefallen. Wir haben für eine Gültigkeit von sechs Wochen für 20 Gigabyte Datenvolumen und 300 Freiminuten (nur lokale Anrufe) 26,00 € (200 Yuan) bezahlt. Sofern notwendig, liefen auch alle Anwendungen mit aktiver VPN-Leitung. Für den Kauf der SIM-Karte ist der Reisepass vorzulegen. Weitere Tipps zum Kauf von lokalen SIM-Karten findest du hier.


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