Phuket – fernab von Ruhe & Erholung

Kata Noi Strand

Wir waren lange nicht am Strand. Unsere Reise führte uns durch Russland, die Mongolei, Nordkorea und China. Die Reiseblogs zu diesen Ländern findest du hier. Immer wieder träumten wir davon, einfach mal am Strand zu liegen. Doch dieser war unendlich weit weg. Nach der Tour durch China, soviel war uns schnell klar, muss Strand her.
Die Suche nach einem Strand in Südostasien, an dem es im November nicht regnen soll, gestaltete sich ziemlich langwierig. Wir fanden Strände, an denen man wegen starkem Tidenhub nicht baden kann und Unterkünfte, die nicht bezahlbar sind. Ein wirklich schwieriges Projekt, wer hätte das gedacht… Dabei wollen wir doch einfach nur an den Strand.

Mangels Alternativen und aufgrund von Zeitnot, da wir Hongkong wegen der teuren Hotels verlassen wollten, haben wir uns für Phuket in Thailand entschieden. Spontan kaufen wir noch den Reiseführer „Lonely Planet – Southeast Asia on a shoestring“ und steigen in den Flieger nach Phuket.
Phuket… viele Assoziationen kreisen durch die Köpfe, wenn man diesen Namen hört. Betrunkene Urlauber, leichtbekleidete Thais, laute Musik. Keine Ahnung. Irgendwie hat man schon ein Bild von Phuket im Kopf bevor ma überhaupt dort ist. Doch wir lassen das mal auf uns zu kommen und schauen, welche Klischees sich erfüllen.

Aufwachen vom Verkehrslärm – nicht vom Wellenrauschen

Als wir um 2.30 Uhr am Morgen unser Hotel am Kata Beach erreichen, können wir vom Balkon aus das Meer in der Dunkelheit erahnen. Klasse. Morgen müssen wir nur einmal die Straße überqueren und stehen am Strand.

Von wegen. Früh morgens werden wir von Verkehrslärm wach. Die kleine Straße, die durch den Ort Kata Beach führt, ist voll. Knatternde Roller und hupende Autos quetschen sind um die engen Kurven. Na super. Wir wohnen also (fast) am Strand und wachen vom Verkehr auf und nicht vom Wellenrauschen. Da ist ja einiges schief gelaufen. Verdammt. Ziemlich frustriert ziehen wir die Badesachen an. Wenigstens ist der Strand nur drei Gehminuten entfernt und wir können noch vor dem Frühstück baden.
Doch die Ernüchterung kommt schneller als gedacht. Der Strand ist voll. Das Meer ist voll. Hilfe – was machen wir hier? Zwischen biertrinkenden Russen bahnen wir uns den Weg ins Nass. Wenigstens einmal kurz baden. Aber nur kurz. Länger halten wir es hier nicht aus. Immerhin ist das erste Klischee zu Phuket erfüllt: betrunkene Urlauber.

Déjà vue auf booking.com

Uns bleibt also nichts anderes übrig als wieder auf die Suche nach einer Unterkunft zu gehen. Die Anforderungen haben sich verändert: Strandnähe und – noch viel wichtiger – keine Straße vor dem Fenster. Jedenfalls nicht die Hauptstraße. Das wird ein Spaß. Schnell wird uns klar, dass wir mittlerweile einfach jedes Hotel an der thailändischen Westküste kennen. Die Ostküste kommt um diese Jahreszeit wegen der Regenzeit nicht infrage. Dort gäbe es tolle, günstige Unterkünfte. Nur eben im Regen… haha…. keine Option.

Wir sind ziemlich traurig. Da hatten wir uns wochenlang auf ruhige Tage am Strand gefreut und nun das. Kata Beach ist so verbaut, dass man abends noch nicht mal spazieren gehen kann. Es gibt kaum Bürgersteige und der Verkehr fährt dicht an den Fußgängern vorbei. So macht das Leben am Strand echt keinen Spaß.

Unterwegs auf Phuket

Zu unserem Unglück kommt übrigens noch hinzu, dass man sich auf Phuket eigentlich nur mit einem Roller fortbewegen kann. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum und Taxipreise sind unverschämt. Wir sträuben uns aber davor, hier einen Roller zu mieten. Nicht ohne Grund hat Thailand die drittmeisten Verkehrstoten weltweit. Die Straßen sind eng und kurvig. Viele Rollerfahrer sind Touristen und mehr oder weniger unerfahren, hier zu fahren. Wir lassen lieber die Finger von den Teilen. Da bleibt also nur das Taxi. Nervig. Als wäre es alles nicht schon ätzend genug.

Paradies am Nai Harn Strand

Da uns keine Tausend Pferde mehr an den Kata Beach bekommen, fahren wir mit dem Taxi (12 € für 8 Kilometer) zum Nai Harn Strand am südlichen Ende der Insel. Oft schon, wurde dieser Strand als „Thailands Strand des Jahres prämiert“. Wir sind gespannt.

Der erste Eindruck zählt ja bekanntermaßen. Und der ist klasse. 1A. Die Leute am Strand können wir an zwei Händen abzählen. Hier ist tote Hose. Die Bucht müssen wir uns nur mit ein paar Krebsen teilen. Weißer Strand, strahlend blaues Meer. In der Ferne ein paar dunkle Felsen. Hinter uns grüner, dichter Dschungel. Für weniger als drei Euro leihen wir uns zwei Strandliegen inklusive Sonnenschirm. Da ist er, der erste Strandtag seit Estland im Juni (unser Blog dazu). Herrlich. Der Strand von Nai Harn ist wohl so leer, da er nicht so einfach zu erreichen ist. Es gibt kaum Unterkünfte in Strandnähe. Direkt am Strand liegen nur zwei (noble) Hotels. Ansonsten braucht man einen Roller, Auto oder Taxi, um hier herzukommen.

Es ist für uns allerdings keine Option, sich hier am Strand ein Zimmer zu mieten. Das sprengt dann doch unseren Budget-Rahmen und ehrlich gesagt möchten wir Phuket nach den fünf gebuchten Nächten auch eher verlassen. Es ist uns schlicht und einfach zu voll hier.

Doch zurück zum thailändischen Paradies. Die nächsten Stunden verbringen wir mit baden, trocknen, baden und trocknen. Das Wasser ist so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Genial. Einziger Wermutstropfen: die beißenden Mini-Quallen. Es juckt und pickt überall. Morgen werden wir von roten Stichen übersät sein.

Strand in Thailand

Nai Harn Strand

Zum Abschied gibt es einen feinen, romantischen Sonnenuntergang. Danke, Nai Harn. Du hast uns wirklich sehr gut getan.

Sonnenuntergang auf Phuket

Sonnenuntergang am Nai Harn Strand

Kata Noi Beach – so stellt man sich Strand vor

Der Kata Noi Beach ist auf keinen Fall zu verwechseln mit dem Kata Beach. Die südlichere der beiden Buchten heißt Kata Noi. Die Auszeichnung „Strand des Jahres“ wechselt jährlich zwischen Kata Noi und Nai Harn. Klar, dass wir uns dann auch ein Bild von diesem Strand machen möchten.
Praktischerweise können wir die Bucht zu Fuß erreichen. Zehn Minuten geht es am lauten Verkehr entlang bis zum Strand. Die Bucht ist wesentlich länger als Nai Harn, dafür aber mehr bebaut. Die großen Hotelanlagen mit Pool, Bar und Terrassen mit Meerblick bieten als, was das Urlauberherz begehrt. Am Strand ist wenig los, man liegt eher am Pool. So bleibt mehr Platz für uns und die bereits bekannten Krebse. Strandläden und -verkäufer sind verboten. Lediglich ein paar Liegen und Sonnenschirme sind aufgebaut. Das Wasser ist auch hier klar und der Sonnenuntergang einfach einmalig. So geht Strand. Wunderbar.

Am nächsten Tag sind wir gleich wieder am Start und lassen am Kata Noi Strand die Seele baumeln.

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Was bleibt?

Phuket hat uns nicht aus den Socken gehauen. Ja, man kann an den beiden schönsten Strände des Landes faulenzen und baden. Aber sonst? Die Insel ist voll. Restaurants, Geschäfte und Hotels reihen sich in den kurvigen Straßen aneinander. Für unseren Geschmack geht das Insel-Gefühl bei dem ganzen Trubel ein bisschen verloren. Schade. Wer aber ein schickes Hotel mit großer Poolanlage und Bars mit Happy Hour sucht, der wird hier fündig.

Unser Phuket-HIghlight ist das Thai BBQ. Im Südosten der Insel im Ort Rawaii (StandortI bekommt man bestes Seafood frisch und lecker zubereitet. Wer mag, bringt sich seinen Fisch und seine Muscheln selbst mit. Danke an unseren lieben Freund Klaus, der uns auf diesen Laden aufmerksam gemacht hat. Dafür lohnt die Reise nach Phuket dann doch…


Unterkunft
Da unsere Unterkunft am Kata Beach direkt an der lauten Straße lag, möchten wir diese nicht unbedingt weiter empfehlen. Auf booking.com* gibt es aber noch zahlreiche andere Optionen. Man sollte eben darauf achten, dass das Hotel nicht direkt an der Straße liegt.


Restaurants
Phuket ist für thailändische Verhältnisse nicht gerade günstig, aber dennoch bekommt man für vier bis fünf Euro leckeres Essen. Besonders ans Herz legen möchten wir das BBQ-Restaurant in Rawai „Khun Pha Rawai BBQ“ (Standort). Die Fisch und Meeresfrüchte sind hier unvergleichlich lecker.
Nicht zu vergessen ist außerdem die Bar „Pleasure Dome“ von unserem Kumpel Klaus. Hier bekommt man abends bei guter Musik ein kühler Bier oder einen leckeren Cocktail.


Reiseplanung & unterwegs vor Ort
Auf Phuket kommt man nur mit Miet-Roller oder Taxi voran. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es fast gar nicht. Wer sich einen Roller mietet, dem sollte bewußt sein, dass die Kurven eng sind und die Insel recht hügelig.

Vom Phuket-Flughafen kommt man per Minibus oder Taxi zu den Stränden und Hotels der Insel. Wer den Minibus nach Kata Beach wählt, sollte nicht mehr als 200 THB zahlen. Vor dem Flughafengebäude findet man die Schalter der Transportunternehmen. Es ist nicht notwendig, bereits im Flughafengebäude die vermeintlich teureren Agenturen zu engagieren.

Wer weiter auf die Insel Koh Lanta möchte, kann die Strecke per Fähre (in der Nebensaison mit Stopp auf Koh Phi Phi) oder per Fähre und Minibus zurücklegen. Wir haben für die Fähr-Variante 700THB pro Person bezahlt. Es gibt zahlreiche Verkaufsbüros am Kata Beach und in den anderen Orten. Mit Glück kann man den Preis ein wenig drücken, dabei sollte man allerdings beachten, dass die Thais ein harmonie-liebendes Volk sind. Wenn sich der Preis nicht verhandeln läßt, sollte man dies akzeptieren und nicht weiter (schon gar nicht unhöflich) diskutieren.
Das Fährt-Ticket inkludiert den Transport vom Hotel zum Phuket-Pier. Nach Koh Phi Phi fährt die Fähre etwa 90 Minuten. Dort steigt man auf eine zweite Fähre um und erreicht nach etwa 75 Minuten Koh Lanta.

Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das englischsprachige Buch Lonely Planet Southeast Asia on a shoestring* bewährt. Der Reiseführer liefert für einen schnellen Überblick über die Länder der Region, Informationen zu den verschiedenen Ländern und Städten, Sightseeing-Tipps und vieles mehr.


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Ein Kommentar zu “Phuket – fernab von Ruhe & Erholung

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