Die Welt zu Gast in Moskau – oder WM 2018

Blick vom Fluss auf den Kreml

Nun geht sie also richtig los, die WM 2018. Mit dem kostenlosen WM-Fan-Zug fahren wir von St. Petersburg nach Moskau. Unsere ersten, russischen Zug-Kilometer. Insgesamt liegen 10.220 Kilometer zwischen uns und Vladivostok, wo unsere Russland-Tour in sieben Wochen endet.

Schiffstour mit Freunden

Das erste Deutschland-WM-Spiel steht in Moskau auf dem Programm und wir verbringen die ersten Tage in guter Gesellschaft mit Freunden aus Hamburg. Zusammen machen wir eine Schiffstour auf der Moskwa und bekommen einen ersten Eindruck von Moskau. Wir schippern vorbei an imposanten Gebäuden, dem bekannten Moskauer Kreml und dem Roten Platz. Wow. Schon sind wir hin- und weg. Moskau rockt. Die Stadt ist unfassbar groß und total beeindruckend. Hier gibt es in den kommenden Tagen in jedem Fall noch sehr viel zu entdecken.

Die Welt zu Gast in Moskau

Von Stunde zu Stunde füllt sich Moskau mit Fußball-Fans aller Herren Länder. Es gibt kaum eine Nation, die wir nicht sehen. Fußball-Fans aus Argentinien, Mexiko, Peru, Costa Rica, Brasilien, Polen, Kroatien, Marokko, Island, Südkorea, Kolumbien und Deutschland feiern in Moskau gemeinsam. Die Vielfalt und Freude ist ansteckend. Wir sind total im WM-Modus und möchten keine Sekunde dieser Atmosphäre verpassen. In der engen Nikolskaya Street singen die Mexikaner während die Argentinier trommeln und die Marokkaner ihre Fahnen schwenken. Die ganze Stadt scheint wie im Rausch. Im WM-Rausch. Alle Vorurteile und Rivalitäten sind vergessen. Die WM hat ihre eigenen Gesetze. Egal, ob Sieg oder Niederlage, egal, ob schwarz oder weiß, egal, ob Afrika, Südamerika oder Europa. Hier sind alle Freunde – Fußball-Freunde. Es ist so toll, mitzuerleben, wie auch die Russen die WM genießen und stolze Gastgeber sind. Jeder Volunteer und jeder Anwohner hilft, wo er kann. Gerne auch ohne Englisch-Kenntnisse.
Wir sind sicher, dass wir von nun an jede Weltmeisterschaft live miterleben möchten. Diese Atmosphäre ist einfach einmalig.

Moskaus Wahrzeichen: Kreml und Roter Platz

Ein bisschen Sightseeing soll in der Fußball-Euphorie natürlich auch nicht fehlen. Klar, dass wir uns den bekannten Roten Platz und den Moskauer Kreml nicht entgehen lassen. Alleine auf dem Roten Platz waren wir in fünf Tagen mindestens vier Mal. In seiner Mitte zu stehen und den Blick schweifen zu lassen – unbezahlbar. Die Gebäude und Kirchen, die den Roten Platz säumen, sind wunderschön und gigantisch zu gleich. Vielen Dank an die Erbauer. Sehr gut gelungen.
Während der WM sind die Reisegruppen den Fußball-Fans gewichen. Tagein- und tagaus wird hier gesunden, getrommelt und gefeiert. Erwähnten wir bereits, dass wir diese WM lieben?

Metro-Kunst in Moskau

Wer in Moskau unterwegs ist, sollte es sich nicht entgehen lassen, den ein oder andere Metro-Bahnhof etwas genauer zu betrachten. Wie auch in St. Petersburg (den Blog dazu findet ihr hier) sind die Bahnhöfe Moskaus „Paläste für das Volk“. Bis zu neun Millionen pendeln täglich in Moskau mit der Metro. Die Dimensionen dieser Stadt werden bei diesen Zahlen nur allzu deutlich. Unser Hotel liegt an der vorletzten Station einer Metro-Linie in Moskaus Norden. Wenn wir morgens in den Zug steigen, ist er schon gut gefüllt. Bis zur Innenstadt fahren wir 45 Minuten. Fast alle anderen bleiben ebenso lange in der Bahn – und fahren dann sicherlich noch länger, bis sie am Arbeitsplatz sind. Stunden gehen so wöchentlich mit pendeln drauf. Aber der Russe, der muckt nicht auf. Der schweigt und pendelt.
Beim Umsteigen kommt dann aber Musik in die Sache. Dann wird das Pendeln mit wunderschönen „Palästen“ belohnt. Wir haben einige Bahnhöfe abgefahren und besonders die hübsch gestalteten Decken bestaunt.

Zu erwähnen ist im Übrigen noch die Taktung der Metro. Mindestens alle 120 Sekunden fährt ein Zug ein. Eine digitale Anzeige zählt die Sekunden seit der letzten Zugabfahrt. Nicht mal abends um 23 Uhr haben wir länger als besagte 120 Sekunden gewartet. Da kann man während der Art-Tour auch gerne mal die ein oder andere Bahn wegfahren lassen und sich die Paläste in Ruhe ansehen.

Sowjet-Erbe in Moskau

Moskau ist sauber, organisiert und geregelt. Wir müssen uns ziemlich Mühe geben, um überhaupt mal Müll auf dem Bürgersteig oder am Straßenrand zu finden. Nachts sind hier wohl einige Mainzelmännchen unterwegs, die die Zigarettenkippen aufsammeln und den Bürgersteig säubern. In der Tat fährt morgens um halb sieben in unserer kleinen Wohnstraße ein Fahrzeug vorbei, das Straße und Bürgersteig mit Wasser abspritzt. Wäre nicht notwendig gewesen – aber hier wird getan, was verlangt wird.
Es gibt Jobs, von denen wir noch nicht einmal geträumt hätten… An (fast) jeder Rolltreppe in den Metro-Stationen sitzt jemand und passt auf, dass alles läuft, wie es laufen soll. Stundenlang guckt man nur auf Monitore und fahrende Treppen. Sinnvoll? Infrage stellen unerwünscht. Diese Jobs gab es sicherlich schon zu Sowjet-Zeiten – und wird es auch immer geben.
Der Verkehr läuft gesittet und ruhig. Keiner fährt bei rot. Keiner geht bei rot. Egal, wie leer die Straße ist. Es wird gewartet, bis grün ist. Als wir in unserem Wohnviertel eine Abkürzung über die Wiese nehmen, fühlen wir schon fast die mahnenden Blicke im Rücken. (Wie sich Moskau in den letzten zehn Jahren verändert hat, beschreibt Spiegel Online im Übrigen sehr gut hier).
Eine Reise in die Vergangenheit erlebt man im Shoppingcenter GUM direkt neben dem Roten Platz. Sowjet-Musik tönt aus den Lautsprechern, an kleinen Ständen wird Eis (Pistazie auf jeden Fall probieren!) von anno dazu mal verkauft und im Supermarkt bekommt man alte Sowjet-Getränke und -Lebensmittel. Die Russen nehmen es mit Humor. Sympatisch.

Was bleibt?

Das Lied „Moskau“ von Dschinghis Khan trifft den Nagel auf den Kopf:

„Moskaufremd und geheimnisvollTürme aus rotem Gold, kalt wie das Eis,
Moskau, doch wer dich wirklich kennt, der weiß, ein Feuer brennt, in dir so heiß,
Moskau, Tor zur VergangenheitSpiegel der Zarenzeit, rot wie das Blut,
Moskau, wer deine Seele kennt, der weiß, die Liebe brennt, heiß wie die Glut“
(hier gehts zum 
YouTube-Video)

Selten passt ein Liedtext so gut wie dieser hier. Was früher ein nerviger Schlager war, säuselt nun durch unsere Köpfe. Der Ohrwurm möchte gar nicht mehr raus. Macht aber nichts. Diese Stadt ist einfach „fremd und geheimnisvoll“. Alles ist so anders hier und doch so wunderbar liebenswert. Moskau hat uns auf der Reserve gelockt. Hat unsere Herzen höher schlagen lassen.
Wir kommen wieder. Definitiv!


Restaurants
Auf der Halbinsel Red October gibt es Ausstellungen, Second Hand Shops, Restaurants und Bars. Abseits von Touristen und Fußballfans haben wir hier die beste Käse-Pizza aller Zeiten gegessen.
Die Restaurant-Kette Teremok (auf russisch „Tepemok“) gibt es ein paar Mal in der Stadt. Hier kann man günstig gefüllte Pfannkuchen essen. Besonders die mit Kartoffelpuffer gefüllten Blinis sind sehr lecker.


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das englischsprachige Buch Lonely Planet Russia* bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über die Land und Leute, Transport-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps.
Für unsere Reiseplanung mit der Transsibirischen Eisenbahn von St. Petersburg nach Vladivostok (10.220 Kilometer) nutzen wir den Lonely Planet Trans-Siberian Railway Guide (Country Regional Guides)*.


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Das Video zur Reise seht ihr hier:

9 Kommentare zu “Die Welt zu Gast in Moskau – oder WM 2018

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