London in 48 Stunden

Skyline von Londons Bankenviertel

London, diese Mega-City ist immer eine Reise wert, auch für nur 48 Stunden. Wenn man ein paar Monate im Voraus bucht, bekommt man wirklich günstige Flüge, teilweise unter 60 € pro Person. Nur brauchbare Unterkünfte sind rar. Dazu später mehr.

Freitag, 21:00 Uhr, Soho
Hier brennt der Baum. Bei gefühlten 13 Grad steht man mit Mini-Rock und Hemd auf den Gehwegen und genießt das Bier. Soho ist prall gefüllt mit typischen englischen Pubs (das Wort Bar wird der Szenerie einfach nicht gerecht) in denen man einfach verweilen muss. Im Raum liegt Teppichboden, der wahrscheinlich seit 60 Jahren nicht gereinigt wurde. An den Wänden hängen vergoldete Spiegel und am dunklen Holz-Tresen werden nicht weniger als acht verschiedene Biersorten angeboten. Bier trinken, das kann London.

Essen auch? Nicht zu übersehen ist der Pizza-Laden Icco. Das ungemütlich eingerichtete Restaurant mit Stehtischen aus Edelstahl bricht aus allen Nähten. Die Pizza muss man testen. Einfach lecker. Wer keine Lust auf Pizza hat – keine Angst. In Soho ist noch niemand verhungert. Restaurants aller Nationalität und Preisklasse findet ihr hier auf engstem Raum. Guten Appetit!

Icco Pizza, Soho

Icco Pizza, Soho


Samstag, 11:00 Uhr, Markt in Greenwich

Der Stadtteil im Osten von London war uns bislang nicht bekannt. Es lebt sich hier eher wie in einem eigenen Dorf und nicht wie in einer Millionen-Metropole. Greenwich (gesprochen Gren’ich) zieht am Wochenende viele Besucher an, die über den großen Kunsthandwerksmarkt schlendern und Kaffee und Kuchen genießen. Umringt ist die Markthalle von roten Backsteinhäusern. Am Themse-Ufer liegt ein altes Segelschiff, das besichtigt werden kann.


Samstag, 13:00 Uhr, Royal Observatory Greenwich
Als Verdauungsspaziergang geht es durch den Greenwich Park. Die Blätter sind von den Bäumen gefallen, gelb-rotes Laub macht sich breit. Die Royal Observatory liegt auf einem Hügel im Park. Was uns gar nicht bewußt war, hier steht die Uhr mit der bekannten Greenwich-Time, noch dazu auf dem nullten Längengrad. Historisches zur Mittagszeit! Was uns aber noch viel mehr beeindruckt, ist der atemberaubende Blick auf die Themse und London-City von hier oben. Im Vordergrund der Park und im Hintergrund die Skyline des Bankenviertels von London.
Nach Greenwich kommt man schnell mit der Underground-Bahn – oder, wer es teuer mag – mit der Fähre (10 GBP). In jedem Fall lohnt der Weg in Londons Osten.


Samstag, 17:30 Uhr, Millwall Football Club @ The Den
Ein Fußball-Ground für Fußball-Romantiker – The Den – das Stadion von Millwall FC. Irgendwo zwischen Bahngleisen und einem Recyclinghof in Londons Osten liegt das traditionelle Rund. Hier gibt es Zweitliga-Fußball der alten Schule. Stumpfe Pöbel-Sprüche in Richtung der gegnerischen Fans und illegales Rauchen auf den Toiletten. Da freut sich das Fan-Herz. Der Kick ist nicht allzu schlecht. Vor etwa 20.000 zahlenden Zuschauern, davon 1.500 aus Birmingham, endet das Spiel 2:0 für die Heimmannschaft aus London. Einziger Wermutstropfen: es ist schweinekalt 🙂


Samstag, 20:00 Uhr, China Town London

Da wir am Freitag so begeistert von Soho waren, zieht es uns am Samstag wieder in Londons In-Viertel. Vorher geht es durch China Town. Wüßte man nicht, wo man ist, könnte man ohne Probleme irgendwo in Peking sein. Es wuselt und wuselt. Über den Straßenzügen hängen rote Lampions und es riecht wie China Town eben riechen muss. Die Straßen sind lückenlos gefüllt mit Restaurants, die von Entenfüßen bis zu frittierten Spinnen fast alles anbieten.
Als wir wenig später in Soho sind, herrscht tote Hose. Samstag ist Soho also ziemlich out. Dann doch lieber nach China Town. Etwas zu essen findet man auf jeden Fall. Und alleine ist man auch nicht 🙂


Sonntag, 11:00 Uhr, Camden Market

Nördlich des Zentrums von London liegt Camden mit seinem berühmten Camden Market. Ich weiß nicht, ob wir jemals soviel Fressbuden nebeneinander gesehen haben. Wobei das Wort „Fressbuden“ den Läden überhaupt nicht gerecht wird. Es gibt nicht mal eine Pommesbude 😉 Stattdessen Spezialitäten aus aller Herren Länder. Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Italien, Spanien, England. Die Liste ist fast unendlich. Wir haben uns nicht das gesamte Angebot angesehen, dann würden wir dort heute noch schlendern. Wir entscheiden uns für gefüllte War’s aus Reismehl aus Venezuela. Zum Nachmachen sehr geeignet…
Ansonsten bietet der Camden Market noch die Schnick-Schnack und Trödel, den man braucht oder nicht braucht. Da ist es jedem selbst überlassen, sich mit Touristen-Souvenirs einzudecken.


Sonntag, 16:00 Uhr, NFL Football @ Twickenham
Die amerikanische Football-Liga ist auf Europa-Tournee in London. Vier Liga-Spiele hat die NFL nach London verlegt, um die ausländischen Fans ein wenig zu beglücken. Wir konnten Tickets unsers Lieblingsteams, den Arizona Cardinals, ergattern und freuen uns seit Monaten wie die kleinen Kinder auf diesen Tag.
Twickenham ist ein ruhiger Vorort süd-westlich von London. Außer den jährlichen NFL-Spielen passiert hier nicht viel. Der Vorortzug bringt uns komfortabel und schnell mit zum Ort des Geschehens. Der Zug ist voll mit NFL-Fans aus ganz Europa. Vor allem Deutsche erfreuen sich dem Gastspiel ihrer Lieblingssportart. Aber ja, es sind auch wirklich Fans aus den USA extra angereist, um ihr Team in London zu unterstützen. Einfach genial.

Logischer Weise ist die ganze Veranstaltung ein großes Event. Schon sechs Stunden vor Anpfiff öffnet das Stadion. Die Leinwand auf der Fanmeile ist fast so groß wie ein Hockeyplatz. Man steht stundenlang für ein Trikot oder ein Cap an und läßt sein Geld an den überteuerten Buden. Dabei sein und genießen. Diese Atmosphäre hat man nicht alle Tage.

Vor dem Anpfiff erklingen die Nationalhymnen der USA und UKs. Die Cheerleader heizen die Stimmung an. Einzigartig. Unsere Euphorie verpufft wenige Minuten nach den Anpfiff als die LA Rams bereits den ersten Touchdown erzielen. Als sich dann der Cardinals-Quarterback auch noch den Arm bricht, geht es steil bergab mit unserem Team. 33:0. Eine herbe Klatsche in mitten der Feierei. Schade. Enttäuscht geht es zurück nach London. Morgen um 4:30 Uhr klingelt schon wieder der Wecker, dann geht es zurück nach Hamburg.

Stadionshow in Twickenham

Bald ist Kickoff in Twickenham


Sonntag, 21:00 Uhr, Walnuss Hostel, Waterloo, London
Ohropax rein und Augen zu.

 

Zum Abschluss ein paar gesammelte London-Impressionen zum Genießen:

Restaurants:
Camden Market – freie Auswahl (Wraps von Arepazo Bros sind sehr lecker)
Icco – 1A-Pizza in Soho
Thai Metro – Typische Asia-Gerichte in Soho
British Pie bei Goddards at Greenwich Market

Unterkunft:
The Walrus Bar & Hostel, London – ein wirklich heruntergekommenes Hostel. Zentral gelegen, aber direkt an den Bahngleisen. Nur für Hartgesottene London-Urlauber (mit Ohropax).
Empfehlenswerter ist das SoHostel in Soho (wo sonst?!). Aber auch hier muss man früh buchen und darf kein Schnäppchen erwarten. Bislang haben wir noch nie über airbnb eine Unterkunft in London gebucht. Vielleicht ist das aber eine bessere Option als die erwähnten Hostels.

[recent_post_slider design=“design-1″]

Ein Kommentar zu “London in 48 Stunden

  1. Pingback: Grenze Allenby / King Hussein Bridge | Reiseblog Expedition Lieblingsorte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: