St. Petersburg – ein Museum

Saal in rot und gold gestaltet

St. Petersburg… hmmh… irgendwie haben wir uns keine Zeit genommen, um uns auf diese Stadt vorzubereiten. Es ist der erste Stopp unserer langen Reise durch Russland. Acht Wochen bleiben uns, um das flächenmäßig größte Land der Welt kennenzulernen. In St. Petersburg treffen wir uns für eine Woche mit Svens Mutter.

Inmitten von Autos und Touristen

Die letzten vier Wochen haben wir im Baltikum verbracht. In allen drei Ländern zusammen wohnen insgesamt gut sechs Millionen Menschen. In St. Petersburg knapp fünf Millionen. Kein Wunder also, dass wir komplett überfordert sind mit der Masse an Autos und Menschen, die sich durch St. Petersburg schiebt. Die Fußgängerwege am bekannten Nevsky Boulevard sind gefüllt mit Einheimischen, Kreuzfahrern und den ersten Fußballfans. In wenigen Tagen beginnt hier die Weltmeisterschaft. Eigentlich ist gar kein Platz mehr für weitere Gäste 😉

Noch ein Foto?

Doch die vollen Gassen und Läden treten schnell in den Hintergrund. In dieser Stadt ist einfach jedes Gebäude ein Foto wert. Gut, dass man heutzutage nicht mehr mit einem 36er-Film auskommen muss 😉
Wir könnten Tage damit verbringen, die Gebäude hier zu bestaunen und zu fotografieren. Immer wieder sehen wir neue Prachtstücke. Aufwändig verziert und romantisch pastellfarben gestrichen. Abseits der vollbefahrenen Hauptstraßen spazieren wir entlang von Kanälen und lassen den Blick die Hauswände entlang schweifen.

St. Petersburg von oben

Um St. Petersburg von oben zu sehen, bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Wir haben gleich zwei getestet. Von der Smolny Kathedrale hat man einen wunderbaren Blick über den Stadtkern und die Randbezirke. St. Petersburg ist umschlossen von einem Ring aus grauen Hochhäusern. Im Dunst des Sonnenlichts erkennen wir die Wohnblocks am Horizont. Und zwischen uns und den Wohnungen blitzen die goldenen Kathedralen-Kuppeln. Die Neva bahnt sich ihren kurvigen Weg durch das „Freilicht-Museum“. Auch wenn wir uns wiederholen: Leben am Wasser hat was.
Der Blick von der St. Isaac Kathedrale ähnelt dem von der Smolny Kathedrale. Sicherlich ist es ausreichend, eine der beiden Kathedralen zu besteigen. Wir haben von hier oben vor allem eine schöne Sicht auf die vielen Parks der Stadt. Das sind grüne Oasen. Ein Zufluchtsort, wenn einem das Autogehupe aufs Gemüt schlägt.

Die Geburtsstätte St. Petersburgs

Wer etwas mehr Zeit hat, dem sei die Peter-und-Paul-Festung genannt. Hier findet St. Petersburg seinen Ursprung. Die kleine Insel am Nordufer der Neva ist etwas schwer erreichbar, aber folgt einfach dem Touristenstrom über die Palast-Brücke. Von hieraus blicken wir zurück auf die imposanten Fassaden am gegenüberliegenden Neva-Ufer. Besonders die Eremitage sticht hervor. Türkis-weiß gestrichen und stolz lockt sie die Besucher an. Aber dazu später mehr…
Nun erstmal hinein in die Peter und Paul Kathedrale. Die Schlange am Eingang lässt uns kurz zurückschrecken. Doch dann sind wir auch schon im Inneren. Gemeinsam mit der Costa-Cruises-Reisegruppe schieben wir uns durch die kleine Kathedrale. Russische Zaren liegen hier begraben. Uns imponieren aber eher die Wände und Decken. Es ist (mal wieder) schwer vorstellbar, wie aufwändig man bereits 1732 bauen und dekorieren konnte.

Metro-Kunst in St.Petersburg

Ganz im Sinne des Kommunismus sind die Metrostationen gebaut. Es sind „Paläste des Volkes“. Jeder Bahnhof erzählt seine eigene Geschichte. Das Metrofahren bekommt einen ganz anderen Stellenwert. Man steigt aus und ist gespannt, was einen in der Station erwartet. Erwähnten wir bereits, dass die Metros in St. Petersburg mindestens alle 120 Sekunden fahren? Insofern kann man auch ruhig mal die ein oder andere Bahn wegfahren lassen, um sich in Ruhe die Station anzusehen. Die nächste Metro kommt bestimmt ganz bald.

Atemlos durch die Eremitage

Was ist eigentlich die Eremitage?
Wir, die Kunst-Banausen, hatten nicht so den richtigen Plan, als Svens Mutter erwähnte, dass wir dort in jedem Fall rein müssen. Wir lesen uns ein wenig ein und sind eher geschockt. Mindestens einen Tag soll man für die Besichtigung einplanen… Hilfe…. Acht Stunden Kunst-Ausstellung. Das packe ich nicht…

Und dann auch noch 25€ Eintritt. Nein. Geht da nicht irgendwie ein Weg dran vorbei?
Ja, an dem hohen Eintritt geht ein Weg dran vorbei (den Insider-Tipp lest ihr hier). An der Eremitage: nein. In keinem Fall. Dieses Museum ist das absolute Highlight der Stadt. Kaum in Worte zu fassen. Es ist nicht die Kunst, die uns hier sprachlos macht. Nein, es sich die Räume (oder muss man „Säle“ sagen?!), für die es keine passenden Worte gibt. Insgesamt gibt es 340 Säle zu bestaunen. Wenn man non-stop im Museum ist, braucht man ca. 5 Jahre und 7 Monate, bis man alles gesehen hat. Gut, soviel Zeit haben wir im Moment nicht. Aber auch drei Stunden reichen, um komplett geflasht hinaus zu wanken.

Jeder Saal ist seinen Besucht wert. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Auf den Boden? An die Wand? An die Decke? Der Holzfußboden zieht sich mit symmetrischen Figuren und Formen durch die ganze Ausstellung. Hammer! Die Wände sind teils mit großen Bildern geschmückt, teils mit Stuck verziert. Die Decken haben goldene Ornamente, lebensgroße Figuren oder farbenfrohe Bemalungen.
Hinzu kommen noch die überdimensionalen Ausstellungsbilder, Einrichtungsgegenstände aus anderen Ländern und Epochen und vieles mehr. Es würde in keinster Weise dem Museum gerecht werden, wenn wir versuchen, es irgendwie zu beschreiben. Diesen Ort muss man live gesehen haben, um zu verstehen, warum wir atemlos hinaus gehen.

Saal im Museum in Russland

blau und weiß gestalteter Saal

Länderpunkt Russland

Unser erstes WM-2018-Spiel steht in St. Petersburg auch auf dem Plan. Es ist der Kracher Marokko-Iran 😉 Naja, nicht ganz ein Topspiel. Aber als Einstimmung auf die kommenden vier WM-Wochen ganz ok. Und immerhin hat Anna nun auch endlich den Länderpunkt eingetütet.

WM-2018 Marokko vs Iran

WM 2018: Marokko vs Iran

Was bleibt?

Wie der Blog schon sagt, St. Petersburg ist ein Museum. Auch nach fünf Tagen non-stop-sightseeing haben wir noch lange nicht alle Ecken dieser Stadt gesehen. Hier braucht man sicherlich zwei Wochen, um die Schönheit der Stadt so richtig zu genießen. Plus weitere fünf Jahre für die Eremitage 😉
Leider mussten wir aber auch feststellen, dass St. Petersburg aus allen Nähten platzt. Ein paar weniger Besucher würden der Stadt und ihren schmalen Bürgersteigen tatsächlich gut tun. Oder: weniger Autos, schmalere Straßen und breitere Fußwege….


Restaurants
Die Restaurant-Kette Teremok (auf russisch „Tepemok“) gibt es ein paar Mal in der Stadt. Hier kann man günstig gefüllte Pfannkuchen essen. Wir haben gleich drei Mal verschiedene Varianten getestet. Besonders die mit Kartoffelpuffer gefüllten Blinis sind sehr lecker.
Gemütlich in einem Hinterhof liegt das Teplo. Hier haben wir uns vor allem gefreut, abseits des Trubels in Ruhe sitzen zu können. Aber auch das Essen ist sehr lecker und frisch zubereitet.


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich der Lonely Planet St. Petersburg* bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über die Stadt, Transport-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps. Gut ergänzt wird der Reiseführer durch das englischsprachige Buch Lonely Planet Russia*.
Für unsere Reiseplanung mit der Transsibirischen Eisenbahn von St. Petersburg nach Vladivostok (10.220 Kilometer) nutzen wir den Lonely Planet Trans-Siberian Railway Guide (Country Regional Guides)*.


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Das Video zur Reise seht ihr hier:

14 Kommentare zu “St. Petersburg – ein Museum

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  8. Sankt Petersburg ist ein Traum! Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert von der Stadt und ich war schon zahlreiche Male da. Es gibt soviel zu entdecken und wie ihr es so schön ausgedrückt habt, jedes Gebäude ist ein Foto wert 😀

    Ich war Anfang Juli zum WM-Achtelfinale in der Stadt und zufälliger Weise auch im Teplo und natürlich im Teremok essen 😉 Beim Teplo muss man auf jeden Fall Zeit mitbringen, aber es ist sehr lecker und besonders im Innenhof eine tolle Atmosphäre.

    • Ja. Super schön dort. Wir wären am liebsten noch zwei Wochen geblieben. War total spontan, der Teplo-Besuch. Wir haben den letzten Tisch ohne Reservierung draußen bekommen.

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