Prizren – irgendwo im Kosovo

Brücke in Prizren

Aus Tirana in Albanien kommend sind es bis zum Ort Prizren im Kosovo etwa drei Bus-Stunden (10€). Unser treuer Begleiter, der Lonely Planet Eastern Europe*, empfiehlt diesen Ort als Zwischenstopp auf dem Weg nach Pristina. Dem Tipp sind auch wir gefolgt.

Auf dem Weg nach Prizren

Unsere Reise führt auf recht einfachen Straßen durch Nord-Albanien in Richtung Kosovo. Die Orte sind klein und oft gefüllt mit halbfertigen Häusern. Im Erdgeschoss findet sich meistens ein Laden, gerne eine Autowerkstatt, einen Farben- oder Möbelhandel. Im ersten Stock wird gewohnt und der zweite Stock besteht nur aus kahlen Mauern, wobei die Fenster niemals eingebaut worden sind.
In den letzten Tagen hat es hier viel geschneit. Die Felder sind teilweise noch Schnee überdeckt. Am Horizont warten die weißen Berge. Der Bus kurvt Kilometer um Kilometer in Richtung Grenze. Dort werden die Reisepässe eingesammelt und tatsächlich bekommen wir unseren Kosovo-Stempel 😉 Es ist unser erster Stempel, da wir leider in Albanien keinen bekommen haben.
Kurz vor Prizren steigen wir dann in einen Mini-Bus um, der uns die letzten Kilometer bis in den Ort bringt. Es ist kalt, aber immerhin scheint die Sonne.

Deutsches KFOR-Kommando

Wie in allen Orten im Kosovo, sind auch in Prizren noch KFOR-Soldaten stationiert. Sie unterstützen das Land bei der Wiederherstellung der Sicherheit der rückkehrenden Flüchtlinge. Prizren ist unter deutschem Kommando. Glücklicher Weise ist der Ort heutzutage aber alles andere als unsicher und man genießt seine entspannte Atmosphäre am Fluß Bistrica.

Espresso & Kopfsteinpflastergassen

Der verträumte Ort besticht durch schmale Kopfsteinpflastergassen im Ortskern. Die Einwohner machen ihren Wochenendspaziergang und wir erfreuen uns mal wieder an einigen Espresso-Pausen. Hier ist der Euro die Landeswährung und für zwei Espresso zahlt man nicht mehr als 1 €. Auf beiden Uferseiten des Bistrica kann man am Wasser gehen und hinauf in die weißen Berge blicken. Die Stadt hat man nach maximal zwei Stunden aber auch komplett gesehen.

Festung Kalaja

Wir haben uns etwas schwer getan, den Weg hinauf zur Festung zu finden. Auf Touristen ist man hier noch nicht so sehr eingestellt, sodass Ausschilderungen fehlen. Interessanter Weise spricht aber fast jeder, den wir fragen, ein paar Worte deutsch. Viele haben ein einige Jahre in Deutschland oder der Schweiz gearbeitet und sind dann wieder zurück in den Kosovo gekehrt. Wir kommen mit deutsch eher weiter als mit englisch. Aber zurück zur Festung… Oben angekommen, vorbei an ausgebrannten (serbisch-orthodoxen) Kirchen – nach einem Aufstand der Kosovo-Albaner im Jahr 2004 – hat sich den Aufstieg gelohnt. Unter uns erstreckt sich das kleine Städtchen mit seinem Fluß und der Altstadt. Hinter uns die weißen Berge. Einfach schön!

Prizren von oben

Blick auf Prizren

Basketball-Länderpunkt Kosovo

Durch Zufall haben wir ein Plakat entdeckt, auf dem das heutige Basketballspiel zwischen KB Bashkimi Prizren und KB Rahoveci angekündigt wird. Für 1 € Eintritt können wir in die abgerockte, alte Beton-Sporthalle hinein.

Basketballspiel im Kosovo

Basketball in Prizren

Das Niveau kommt natürlich in keinster Weise an das der Hamburg Towers ran 🙂

Interessant ist das Event dennoch. Man sitzt bei gefühlten 15°C in Daunenjacke auf den Sitzen und kaut Sonnenblumenkerne. Leider ist Anna so stark erkältet, dass wir nach einer Halbzeit das Weite suchen und uns ins warme Hotelzimmer verziehen.

 

Unsere Tour geht weiter nach Norden in die Hauptstadt Pristina. Alle, die in dieser Region unterwegs sind, sei ein Zwischenstopp in Prizren wirklich ans Herz gelegt. Wir werden in ein paar Tagen wissen, dass andere Orte des Kosovos längst nicht so liebenswert sind. Und auch die Einheimischen in Prizren freuen sich über Besucher (in unserem Falle ganz besonders aus Deutschland) und grüßen uns ganz fröhlich auf der Straße.


Unterkunft
Das Familienhotel Edi Admiral* bietet sich für eine Übernachtung an – zentral gelegen für ca. 40€/Nacht.


Per Bus von Tirana in den Kosovo
Der Busbahnhof, von dem die Busse von Tirana in den Kosovo fahren, ist etwas schwierig zu finden. Wir haben ganze 60 Minuten gebraucht, bis wir fündig geworden sind. Der Abfahrtsort ist nicht identisch mit dem Busbahnhof, an dem die innerländischen Busse abfahren. Am großen Kreisverkehr Rrethrrotullimi i Doganës muss man sich links halten und hinter dem Einkaufszentrum zum Terminali i Autobuzave te Jugt durchgehen. Man glaubt nicht, dass sich hier dann doch noch ein Busbahnhof ist, aber kaum ist man um die Kurve, sieht man schon die Busse stehen. Die Mitarbeiter helfen beim Ticketkauf.


Reisevorbereitung
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich der Lonely Planet Eastern Europe auf englisch bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über den Kosovo, Bus-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps.


Keine Lust zum Lesen?

Das Video zur Reise seht ihr hier:


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6 Kommentare zu “Prizren – irgendwo im Kosovo

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