Südkorea? Japan? China? Nein, Wladiwostok!

Russia Far East am Abend

Das Ziel unserer langen Expedition mit der Transsibirischen Eisenbahn ist erreicht. Wladiwostok! 10.220 Kilometer und acht Zeitzonen haben wir überwunden. Nun sind wir da. Ein Traum geht in Erfüllung. Am Bahnhof wartet der Beweis. Ein Schild markiert „Kilometer 9.288“. Ab Moskau, versteht sich.

Südkorea? Japan? China?

Nein, wir sind in Wladiwostok. Obwohl das nicht wirklich den Anschein macht, wenn wir uns hier so umschauen. Asiaten. Asiaten. Asiaten. Wahnsinn. Was machen die alle hier? Klar, alle asiatischen Länder sind näher als jedes europäische. Doch das hatten wir so nun nicht erwartet. Reisegruppen schwärmen durch die Stadt. Foto-Spots, Fußwege, Restaurants und Supermärkte sind voll. Es gibt chinesische Speisekarten, aber keine englisch-sprachigen. Eine Stadt hat sich komplett den asiatischen Touristen verschrieen. Interessant. Aber so haben wir zumindest eine erste Einstimmung auf unsere Zeit in China… Wenn die Stadt die Einnahmen nun noch in Infrastruktur, Straßenbau oder ähnliches investieren würde…

Sommertag in Wladiwostok

Nach grauen, regnerischen Tagen kommt doch noch die Sonne hervor. Die Russen strömen ans Wasser. An der Uferpromenade wird gebadet (trotz Verbot) und der Sonne gefrönt, was das Zeug hält. Das Wasser ist nicht besonders sauber, der Strand auch nicht. Kein Grund, den August-Tag nicht in vollen Zügen zu genießen. Auch in Wladiwostok ist der Sommer recht kurz und der Winter eiskalt. Apropos, Eis. Wir erfrischen uns mit Eiskaffee 🙂

Endlich wieder Wasser!

Wochenlang sind wir durch Russland gefahren. Weit weg vom offenen Meer. Das hat uns echt gefehlt. In Wladiwostok weht immer eine leichte (oder teilweise auch starke) Brise. Das tut gut. Ein bisschen Heimatgefühl kommt auf als wir uns den Wind an der Promenade durch das Haar wehen lassen. Die Promenade ist der Nabel der Stadt. Cafés, Restaurants, Souvenirshops, Spielplätze, Half-Pipes. Für jeden ist etwas dabei.

Leider ist die Promenade schon ziemlich in die Jahre gekommen. Der Steg ist kein Steg mehr und die Kaimauer hat schon wesentlich bessere Tage gesehen. Es wäre (wie bereits gesagt) nett, wenn ein Teil des Geldes, welches die zahlreichen Touristen hier herbringen, der Stadt zugute käme.

Wladiwostok – Russlands San Francisco?

Wladiwostok wird auch „San Francisco Russlands“ genannt. Aha?! Mal checken. Die Golden Horn Bridge sieht der Golden Gate Bridge in jedem Fall ein bisschen ähnlich. Besonders bei Nacht hat die Brücke ihren Flair. Dann wirkt es hier fast wie in einer amerikanischen Großstadt. Naja, fast…

Hügelig ist Wladiwostok auch. Unsere Unterkunft lag oberhalb der Stadt. Der Weg hinauf… Hammer. Mega steil. Wir sind ihn nur einmal zu Fuß gegangen, sonst immer per Taxi… Von oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt, die Berge und das Meer. Fast wie in San Fran, oder?! Nur die Springbrunnen, die fehlen in San Francisco! Da ist er also doch, der Unterschied zwischen den beiden Städten.

Was bleibt?

Hmmh. Wladiwostok ist nicht die moderne Metropole, die wir erwartet hatten. Metropole ja, modern nein. Nirgendwo auf der Welt haben wir so viele Auto mit fehlenden Stoßstangen und rissigen Frontscheiben gesehen. Die Straßen sind übersät mit Schlaglöchern und die Stadt wirkt wie eine Dauer-Baustelle. Die Promenade schreit nach Erneuerung und am Ufer stehen große Bauruinen. Bis Wladiwostok mit den großen Metropolen dieser Welt mithalten kann, wird noch viel Wasser die Elbe herunterfließen.

Allerdings dürfen Ausländer erst seit 1991 nach Wladiwostok. Insofern ist ein bisschen Schonzeit erlaubt. Und als Ende der Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist die Stadt natürlich das Highlight schlecht hin. Alter Schwede, sind wir stolz, angekommen zu sein. Am Ende der Welt… Ok.. nicht ganz… Am Ende Russlands! Fast jedenfalls. Zwei östlichere Zeitzonen hat dieses gigantische Land noch.


Restaurants
Eines vorweg: Wladiwostok ist wesentlich teurer als alle Städte zwischen Kasan und Chabarowsk. Das liegt natürlich den vielen Touristen. Den Umsatz möchte sich keiner entgehen lassen. Es ist schwer, faire Preise zu finden. Zwei Läden mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis können wir euch ans Herz legen:
Für die Pizza-Freunde: Pizzaiolo. Leckere Pizza, schönes Ambiente und kreative Tee-Mischungen.
Für die Freunde der russischen Küche: Lozhki-Ploshki. Die Dumplings (gefüllte Teigtaschen) sind so lecker, dass wir gleich zwei Mal hier waren – und zwei Mal dasselbe bestellt haben. Der Laden ist recht groß, spielt tolle Achtziger-Mucke und hat gutes WLAN…


Unterkunft
Aus der Not heraus haben wir für zwei Nächte in einem sogenannten Capsule-Hostel übernachtet. Die Stadt war komplett ausgebucht, sodass wir in diesen Raumschiff-ähnlichen Kapseln untergekommen sind. Die Lage des Zodiac Capsule Hostel* ist 1A. Die Waschräume und Kapseln sind super sauber. Es ist allerdings etwas hellhörig und nicht besonders günstig (50 € pro Nacht für eine Doppel-Kapsel), aber für einen kurzen Stopp total ok.


Reisevorbereitung & unterwegs vor Ort
Zur Vorbereitung auf unsere Reise und als ständiger Reisebegleiter hat sich das englischsprachige Buch Lonely Planet Russia* bewährt. Der Reiseführer ist ideal für einen schnellen Überblick über die Land und Leute, Transport-Verbindungen von A nach B und für Sightseeing-Tipps.
Für unsere Reiseplanung mit der Transsibirischen Eisenbahn von St. Petersburg nach Vladivostok (10.220 Kilometer) nutzen wir den Lonely Planet Trans-Siberian Railway Guide (Country Regional Guides)*.


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Das Video zur Reise seht ihr hier:

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